Frauen-Union aus dem Landkreis Northeim plant neues Angebot in Einbeck

Interview mit Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU) zum 3000-Schritte-Pfad: "Gesundheit fördern"

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Er könnte in den 3000-Schritte-Pfad eingebunden werden: der „Garten der Generationen“ in Einbeck mit seniorengerechten Sportgeräten.

Einbeck. Ein von der Frauen-Union der CDU in Einbeck initiiertes Projekt „Lange leben - in Bewegung bleiben“ will mit einem "3000-Schritte-Pfad" Senioren Lust auf Bewegung machen.

Ziel eines solchen Pfades ist es, täglich wenigstens 3000 Schritte zu absolvieren. Die HNA sprach mit Heidrun Hoffmann-Taufall, Vorsitzende der Frauen-Union im Landkreis Northeim, darüber.

Wo könnte der Pfad entlang führen?
Heidrun Hoffmann-Taufall: Auf dem Weg sollten Ruhebänke stehen, und der Weg zu einer Toilette sollte nicht allzu weit sein. Sinnvoll erscheint mir, den „Garten der Generationen“ im Stiftsgarten einzubeziehen. 3000-Schritte-Pfade sind durchaus auch in den Ortschaften denkbar. Aber ich möchte der Projektgruppe und den Akteuren nicht vorgreifen.

Möchte einen Bewegungspfad für alle Einbecker schaffen: Heidrun Hoffmann-Taufall.

Welche Rolle kommt der Stadt bei dem Projekt zu?
Hoffmann-Taufall: Andere Städte werben damit, dass sie eine gesundheitsförderliche Kommune seien. Damit könnte auch Einbeck punkten, zumal wir beste Voraussetzungen mit unseren Naherholungsmöglichkeiten mitbringen. Die Rolle der Kommune besteht darin, die von der Politik vorgegebenen Zielsetzungen umzusetzen. Das bedeutet, dass sie einen Runden Tisch mit Akteuren einberuft, diesen moderiert und Strukturen schafft, um die Maßnahme auf den Weg zu bringen.

Können das die Akteure nicht auch allein regeln?
Hoffmann-Taufall: Gerade Menschen, die nicht organisiert sind, und sozial benachteiligte Zielgruppen sollen mit einbezogen werden. Die Verwaltung kann mehrere Akteure und Betroffene zusammen zu bringen. Ich finde es gut, dass sich die Lions bei dem Projekt „3000-Schritte-Pfad“ den Hut aufsetzen. Nur wird das Projekt wenig Zustimmung finden, wenn nicht weitere Akteure einbezogen werden.

Wie sollten weitere Akteure einbezogen werden und welche könnten das konkret sein?
Hoffmann-Taufall: Es hat bereits auf Einladung der Stadtverwaltung ein Gespräch mit möglichen Akteuren stattgefunden. Ich habe mich dafür stark gemacht, dass dieses Projekt ein Gemeinschaftsprojekt wird, getragen von vielen. Die Lions haben jetzt den Hut auf. Der Einbecker Sportverein, die Berufsbildenden Schulen, die Landfrauen, der Seniorenrat und die Frauen-Union, in deren Reihen die Initiative entstanden ist, wollen dabei sein. Weitere sind willkommen.

Welche Rolle spielen bei dem Projekt Bewegungsbegleiter?
Hoffmann-Taufall: Der 3000-Schritte-Pfad ist als Präventions- und gesundheitsförderliche Maßnahme zu verstehen. Aber: auch für bereits von Demenz betroffene Menschen ist körperliche Aktivität sehr wichtig. Sie ist ein wesentlicher Faktor zum (Wieder-)aufbau gesundheitlicher Ressourcen. Bestehende Bewegungsangebote sind häufig nicht auf die besondere Situation von Menschen, die an Demenz erkrankt sind und Gedächtnis- und Orientierungsprobleme haben, ausgerichtet. Geschulte Bewegungsbegleiter sollen unterstützend zur Seite stehen. Sie wissen, wie mit betroffenen Menschen kommuniziert werden kann und sollten einen Methodenpool für körperliche und geistige Übungen an die Hand bekommen.

Welchen Zeitplan gibt es für den „3000-Schritte-Pfad“?
Hoffmann-Taufall: Das Projekt hat der Niedersächsische Turnerbund (NTB) entwickelt. In der Pilotphase sind Erfahrungen in anderen Städten gesammelt und ausgewertet worden. Nach meinen Informationen steht Einbeck ganz oben auf der Umsetzungsliste des NTB. Jetzt kommt es auf die Akteure vor Ort an. 

Vortrag in der Rathaushalle

Über Forschungsergebnisse zu Bewegung und Gesundheitsförderung berichtet Dr. Laura I. Schmidt von der Uni Heidelberg bei einer Veranstaltung der Frauen-Union am Montag, 27. März, um 18.30 Uhr in der Einbecker Rathaushalle. Die Wissenschaftlerin stammt aus Einbeck und arbeitet in Heidelberg im Projekt „Active Age“ und in der Gesundheitspsychologie. Es schließt sich ein Podiumsgespräch an. Mit dabei sind Tina Pfitzner, verantwortlich beim Turnerbund für 3000-Schritte-Pfade, Lauftherapeutin Prof. Dr. Sabine Mertel (HAWK Hildesheim), Sportwissenschaftlerin Ilona Bethe (AOK) und Stefanie Eggers, Gesundheitssportlerin bei der KWS Saat SE.

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