Interview: Northeimer produzierte neue ARD-Serie

Premiere der ARD Serie: Auf dem roten Teppich sind der Northeimer Produzent Michael Polle (von links), Julia Jäger, Volker Herres, Moritz von Zeddelmann, Cristina do Rego, Jophi Ries und Peter Franke. Foto: Radio Bremen, Thorsten Jander/nh

Northeim. Am Dienstag läuft in der ARD um 18.50 Uhr die dritte Folge der neuen Serie „Unter Gaunern". Der Produzent ist der Northeimer Michael Polle.

Im Interview verrät der 35-Jährige, dass die Schauburg in Northeim ein Sprungbrett für seine Karriere war.

Herr Polle, schalten Sie heute Abend auch die ARD ein?

Michael Polle: Ich versuche in der Regel, die Ausstrahlungen auch live zu schauen, da es immer wieder spannend ist, das Programmumfeld in der eigenen Produktion zu sehen. Auch ist es immer interessant zu sehen, welche Werbungen geschaltet werden.

Wie ist es dazu gekommen, dass gerade Sie die Serie produzieren?

Polle: Der Autor Christian Jeltsch und ich kennen uns schon lange. Er erzählte mir vom Interesse von Radio Bremen, eine Serie für den Vorabend zu machen. Wir sprachen über seine Idee, etwas über Gauner erzählen zu wollen. Wir trafen uns zum Frühstück, Christian schrieb wenige Seiten und wir präsentierten diese gemeinsam dem Sender.

Worin besteht anschließend Ihre Arbeit?

Polle: Im Normalfall bin ich von Anfang bis Ende dabei. Von der Idee bis zur Fertigstellung der Produktion. Dazu gehört die Buchentwicklung, die Auswahl der Regisseure, Teamauswahl, die Budgetzusammenstellung und -kontrolle, die Auswahl der Schauspieler und vieles mehr. Alles passiert in Abstimmung mit dem Sender, dem Autor, der Regie und den Kollegen hier bei X Filme. Es ist eine Teamarbeit, bis ein solches Projekt zum Leben erweckt wird.

Woher rührte der Wunsch, ins Fernsehgeschäft einzusteigen?

Polle: Ich habe früher schon meine Eltern zur Weißglut gebracht, weil ich viel vor dem Fernseher saß und Filme manchmal sechs- oder siebenmal angesehen habe. Als ich in der elften Klasse war, habe ich einen Aushang entdeckt. Dort wurde ein Mitarbeiter für die Kinokasse in der Schauburg in Northeim gesucht. Dort habe ich dann gearbeitet und habe mir unglaublich viele Filme angeschaut. Titanic habe ich beispielsweise fünfmal gesehen.

Und die Northeimer Kinokasse verstärkte das Interesse?

Polle: Ja, Torben Scheller, der Kinobesitzer, legte damals immer Kino-Fachzeitschriften aus. Die habe ich regelrecht verschlungen. Von da an wusste ich, dass ich im Filmgeschäft arbeiten möchte. Zu Weihnachten habe ich damals ein Buch geschenkt bekommen mit dem Titel „Der Produzent“. Nachdem ich es gelesen hatte, wusste ich: Das ist dein Job! Es war einfach ein sehr schönes Hobby, was ich dann zum Beruf gemacht habe.

Sie wohnen derzeit in Berlin und München. Vermissen Sie die niedersächsische Heimat?

Polle: Natürlich vermisse ich meine Familie. Meine Eltern und mein Bruder mit seiner Familie wohnen in Northeim. Leider schaffe ich es nur drei- bis viermal im Jahr, sie zu besuchen. Das Tollste ist, wenn ich mit meinen beiden Neffen Fußball spiele. Das würde ich gerne öfter machen, aber das gibt die Zeit leider nicht her.

Sind Sie zufrieden mit dem Serienstart? Stimmen die Quoten?

Polle: Ja, es sieht sehr gut aus. Bei der zweiten Folge haben sogar nochmal 100.000 mehr Leute eingeschaltet als bei der ersten Folge. Da gab es durchaus schon Serien, die schlechter eingestiegen sind.

2011 hat ein von Ihnen produzierter Tatort den GrimmePreis gewonnen. Welche Ziele haben Sie noch?

Polle: Ich mache meine Arbeit nicht, um Preise dafür zu bekommen. Mein Ziel ist, dass unsere Filme und Serien die Menschen unterhalten, ihnen Freude machen und sie emotional berühren.

Was macht den Reiz der neuen Serie aus?

Polle: „Unter Gaunern“ ist eine Mischung aus Familienserie, Komödie und Krimi. Die Geschichten sind spannend und witzig zugleich. Wer die ersten beiden Folgen nicht gesehen hat, kann immer noch einsteigen. Denn jede Folge ist so gebaut, dass man den Hintergrund versteht. Heute Abend verliebt sich die Hauptakteurin Betty Schulz. Aber das natürlich auf ihre eigene, sehr Betty typische Art und Weise.

Zur Person

Michael Polle (35) produziert die neue ARD Vorabendserie „Unter Gaunern“. Geboren wurde Polle in Northeim und studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Anschließend arbeitete er bei zahlreichen Produktionsfirmen, seit Mai 2010 ist er Produzent bei der Firma X Filme in München und Berlin. 2011 erhielt ein von ihm produzierter Tatort den Grimme-Preis.

Von Carolin Hartung

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