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Ja zur teuren Kita am Northeimer Waldrand

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Von: Axel Gödecke

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Das ehemalige Waldschänken-Restaurant am Sultmer soll abgerissen werden. Hier soll die neue Kita des Kinderschutzbunds entstehen.
Das ehemalige Waldschänken-Restaurant am Sultmer in Northeim soll abgerissen werden. Hier soll die neue Kindertagesstätte des Kinderschutzbunds Northeim entstehen. Sie soll im Laufe des Kindergartenjahres 2024/45 in Betrieb gehen. © Axel Gödecke

Northeim – Der Neubau für die neue Kindertagesstätte des Kinderschutzbunds am Northeimer Waldschänkenweg wird mit geschätzten Kosten von rund 4,5 Millionen Euro nicht gerade billig. Die Stadt Northeim gibt dem Schutzbund als Auftraggeber und künftigen Mieter des Objekts trotzdem grünes Licht für sein Vorhaben. Letztlich ist sie es ja, die das Defizit auszugleichen hat, das die Kita jährlich erzielen wird.

In der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Städtepartnerschaften des Northeimer Rates war denn auch die recht hohe Miete, die der Kinderschutzbund an den Projektträger Part AG in Bad Gandersheim für das neue Objekt zu zahlen haben wird, ein großes Thema. Monatlich sollen es 21 470 Euro sein, was einem Quadratmeterpreis von rund 25 Euro entspricht.

Einig war man sich im Aussschuss in der Kritik, dass dies deutlich über dem üblichen Quadratmeterpreis für eine Gewerbeimmobilie im Raum Northeim von 11 bis 15 Euro liege.

Der Vorsitzende des Northeimer Kinderschutzbunds, Stephan Bokelmann, der das Projekt am Sultmer kurz vorstellte, nannte als Hauptgrund für die relativ hohen Kosten die Situation auf dem Baugrundstück.

Man müsse das dort jetzt befindliche und seit Jahren leer stehende Waldschänken-Restaurant abreißen und den Neubau auf den bisherigen Grundriss des Restaurants beschränken. Ein anderes Grundstück sei in der Stadt nicht zu bekommen, so Bokelmann.

Neben den ohnehin schon stark gestiegenen Baukosten gebe es auch hohe Bauvorgaben, zum Beispiel, was die vorgesehene Küche in der Kita betrifft, da das Kita-Konzept eine Selbstverpflegung vorsehe. Ein Punkt, den Malte Schober (CDU) aufnahm und das Land kritisierte. Die Vorgaben des Landes seien maßlos übertrieben, wenn zum Beispiel gefordert werde, dass das Küchenpersonal nicht auch den Aufenthaltsraum der Erzieherinnen nutzen dürfe. Nur deshalb müsse jetzt zweigeschossig gebaut werden.

Kritisiert wurde auch der niedrige Fördersatz, den das Land für die Schaffung neuer Kitaplätze gewähre. Im Fall des Waldschänken-Projekts gebe es bislang nur 180 000 Euro an Zuschüssen.

Bokelmann und Kinderschutzbund-Geschäftsführerin Elke Witt führten aus, dass der geplante Neubau als Ersatz für den aus den Nähten platzenden Kinderschutzbund-Kindergarten in der Stadt an der Reddersenstraße 33 Betreuungsplätze mehr aufweisen werde. Geplant seien zwei Kindergartengruppen, eine davon integrativ, sowie neu eine Krippengruppe mit 15 Plätzen.

Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) begrüßte das Projekt des Kinderschutzbunds. Die Stadt benötige dringend mehr Betreuungsplätze insbesondere im Krippenbereich. Andererseits sei sie personell und auch finanziell nicht in der Lage, neben dem jetzt begonnenen Bau der Kita am Martinsgraben noch ein weiteres Kita-Projekt zu stemmen. Ein virtueller Mietpreis für die von der Stadt finanzierte neue Kita am Martinsgraben läge auch bei über 20 Euro pro Quadratmeter.

Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass der Standort der neuen Kinderschutzbund-Kita am Waldrand äußerst attraktiv sei und der Projektträger Part AG über viel Erfahrung auch im Kitabau verfüge.

Letztlich gab der Ausschuss einmütig grünes Licht für die Planung und die abzuschließenden Verträge zwischen Stadt und Kinderschutzbund über die Weiterleitung der Landesfördermittel und zur Betriebsführung.

Das Gremium gab aber dem Bürgermeister mit auf den Weg, gemeinsam mit dem Investor Part AG nach zusätzlichen Fördermöglichkeiten zu suchen und die Baukosten noch zu drücken. (Axel Gödecke)

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