2,5 Millionen streunende Katzen

Jäger: Jagd auf streunende Katzen muss erlaubt bleiben

Mahlzeit: Katzen sind nicht nur für Mäuse, sondern auch für viele andere Kleinsäuger und Singvögel eine Gefahr. Daher sieht der Gesetzgeber vor, dass verwilderte Stubentiger, die sich im Wald oder in der Feldmark herumtreiben, von Jägern getötet werden dürfen. Archiv-Foto:nh 

Northeim. „Jäger sollten auch künftig die Möglichkeit haben, streunende Hauskatzen zu schießen" - mit diesen Worten kommentiert Kreisjägermeister Dietmar Grünig eine geplanten Änderung des Landesjagdgesetzes im benachbarten Nordrhein-Westfalen.

Den Unmut der dortigen Jägerschaft über die Absicht, das Jagen von wildernden Katzen zu verbieten, kann Grünig nachvollziehen. „Es handelt sich dabei um eine Naturschutzmaßnahme, denn die Jäger sind ein anerkannter Naturschutzverband. Wir haben unter anderem auch den Auftrag, die wild lebenden Tiere vor wildernden Katzen und Hunden zu schützen.“

Schätzungen zufolge soll es etwa 2,5 Millionen streunende Hauskatzen in Deutschland geben, denen pro Jahr insgesamt bis zu 200 Millionen Singvögel und Kleinsäuger zum Opfer fallen.

Insbesondere für Junghasen, Bodenbrüter und Rebhühner, deren Bestände in den vergangenen Jahren im Landkreis Northeim wieder zugenommen hätten, könnten Katzen eine Gefahr darstellen, sagt Grünig. Ein weiteres Problem sei, dass sich die Streuner mit den einheimischen Wildkatzen kreuzen, die als ursprüngliche Bewohner der Region natürlich willkommen seien.

Dennoch begebe sich kein Jäger extra auf die Jagd, um streunende Katzen zu schießen. „Wenn ein Jäger wirklich mal einen Stubentiger in seinem Revier erwischt, ist das schon ein großer Zufall. Ich bin seit 30 Jahren Jäger und habe bislang noch keine einzige Katze geschossen, und mir ist auch kein aktueller Fall im Landkreis Northeim bekannt.“

Streunende Hunde seien allerdings viel öfter in der Feldmark anzutreffen, doch dass ein Jäger dann zur Flinte greife, sei noch viel unwahrscheinlicher. „Hunde lassen sich ja meistens einem Halter zuordnen, und dann wird in Gesprächen geregelt, dass das nicht mehr vorkommt.“ (nik/phl/nh)

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