Wintereinbruch und Corona

Januar bringt deutlich mehr Arbeitslose im Kreis Northeim

Arbeitsagentur Northeim Arbeitsmarkt
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Arbeitsagentur in Northeim am Scharnhorstplatz.

Der Wintereinbruch und wohl auch die Auswirkungen des zweiten Corona-Lockdowns haben die Arbeitslosenzahlen im Kreis Northeim im Januar spürbar steigen lassen.

Northeim - So sind aktuell kreisweit 4204 Menschen als arbeitslos registriert, 273 mehr als im Dezember und sogar 418 oder elf Prozent mehr als vor einem Jahr, als es Corona im Kreis Northeim noch nicht gab. Die Arbeitslosenquote stieg im Januar um 0,4 Punkte auf aktuell 6,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie im Landkreis Northeim lediglich bei 5,4 Prozent und damit auf einem rekordverdächtig niedrigen Januarwert seit der Wiedervereinigung gelegen.

„Im Januar haben wir meist die höchste Zahl an Arbeitslosen, denn viele befristete Verträge laufen Ende des Jahres aus“, sagt Klaus-Dieter Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit. Hinzu kämen Beschäftigte aus Außenberufen, die witterungsbedingt vorübergehend entlassen würden.

Während der Anstieg gegenüber dem Vormonat überwiegend auf die saisonale Entwicklung zurückgeführt werden könne, habe das deutliche Plus der Arbeitslosenzahlen und der deutliche Rückgang der Arbeitskräfte-Nachfrage gegenüber dem Vorjahr schon mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun, so Gläser.

Ohne Kurzarbeit wären Zahlen noch höher

Ohne das Instrument der Kurzarbeit, das viele Betriebe derzeit wegen des Corona-Lockdowns für ihre Beschäftigten nutzen, wären die Arbeitslosenzahlen noch deutlich höher. Genaue Zahlen für Kurzarbeit liegen aber für die Wintermonate noch nicht vor. Die Arbeitsagentur veröffentlicht sie immer erst mit einer Verzögerung von fünf Monaten vor. Ende Juli hatten im gesamten Arbeitsagentur-Bezirk Göttingen 1761 Betriebe von Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Von dieser beschäftigungssichernden Förderung profitierten damals 17 384 Beschäftigte. Jetzt, im zweiten Lockdown, dürften es deutlich mehr sein.

Corona hat auch die Nachfrage nach Arbeitskräften im Kreis Northeim negativ beeinflusst. So sank die Zahl der neu gemeldeten Stellen im Januar um 35 Prozent, was einem Rückgang von 114 Arbeitsofferten entspricht. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang von fast 23 Prozent zu verzeichnen.

Die Zahl der offenen Stellen ist zwar mit 1266 im Kreisgebiet immer noch recht hoch, aber auch hier ist gegenüber Dezember ein Rückgang von 49 und gegenüber dem Vorjahr sogar um 66 zu verzeichnen. Das Gros der offenen Stellen beziehe sich laut Arbeitsagentur nach wie vor auf Fachkräfte, die nicht einfach zu finden seien.

Unterbeschäftigung steigt auch

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie zum Beispiel in Weiterbildungsmaßnahmen sind. Die Unterbeschäftigung beträgt im Kreis Northeim 5441. Das sind 212 Personen mehr als im Dezember und 228 mehr als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigtenquote beträgt 7,6 Prozent (Vormonat: 7,3/Vorjahr: 7,3).

Northeim hat die niedrigsten Zahlen

Hier die Zahlen der einzelnen Arbeitsagenturgeschäftsstellen im Landkreis:

Northeim: aktuell 2268 Arbeitslose, 175 mehr als im Dezember und 265 mehr als im Januar 2020; Arbeitslosenquote: 5,6 Prozent (Vormonat: 5,2/Vorjahr: 5,0).

Uslar: 541 Arbeitslose, 23 mehr als im Dezember, 46 mehr als im Januar 2020; Arbeitslosenquote: 6,1 Prozent (Vormonat: 5,8/Vorjahr: 5,6).

Einbeck: 1395 Arbeitslose, 75 mehr als im Dezember und 107 mehr als im Januar 2020; Arbeitslosenquote: 6,6 Prozent (Vormonat: 6,2/Vorjahr: 6,0).

(Axel Gödecke)

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