Jeden Tag Chaos am Ostring

Northeimer Großbaustelle Harztor erhitzt weiter die Gemüter

Nicht zu beneiden: Die Mitarbeiter, die am Harztor für die Einhaltung der Absperrung, wie hier im Seldeweg, zuständig sind, werden beschimpft, bespuckt und bedroht, hieß es in der Sitzung des Stadtrates.
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Nicht zu beneiden: Die Mitarbeiter, die am Harztor für die Einhaltung der Absperrung, wie hier im Seldeweg, zuständig sind, werden beschimpft, bespuckt und bedroht, hieß es in der Sitzung des Stadtrates.

Die Harztor-Baustelle in Northeim und der damit verbundene, alltägliche Ärger und Frust bei vielen Menschen in der Kreisstadt und der Umgebung, war auch in der Sitzung des Northeimer Stadtrates wieder es Thema, obwohl es gar nicht auf der Tagesordnung stand.

Northeim – In der Einwohnerfragestunde ergriff der ehemalige Ratsherr Alfons Born, wie er sagte „im Auftrag der Ostring-Anwohner“, das Wort und schilderte eindrücklich, was sich am Harztor tagtäglich abspiele.

Ab 17 Uhr, wenn die Bauarbeiten beendet seien, sowie samstags und sonntags, seien die Zustände unerträglich: „Dafür, dass die Anlieger des Ostrings ihre Grundstücke und ihre Garagen nur noch eingeschränkt erreichen können, haben sie Verständnis. Aber für die erschreckende Rücksichtslosigkeit der Auto- und Lkw-Fahrer, die dort jeden Tag verbotenerweise durchfahren, absolut nicht.“

Denn immer dann, wenn im Baustellenbereich nicht mehr kontrolliert werde, vor allem also abends und am Wochenende, herrsche das totale Chaos im Ostring und drumherum. Born: „Der Verkehr staut sich bis zum Weinbergsweg, die Ampel wird einfach ignoriert“.

Vergessen sollte man laut Born auch nicht die beiden Mitarbeiter der Baufirma, die tagsüber in der Harztor-Baustelle den Verkehr kontrollieren sollen. „Die werden jeden Tag zehn Stunden lang beleidigt, bespuckt und bedroht. Es ist einfach unerträglich, was dort zur Zeit passiert“.

Das alles habe nach seiner Auffassung nichts mehr mit einem Rechtsstaat zu tun, so Born, „denn da macht jeder, was er will“. Helfen würden regelmäßige Kontrollen durch den Ordnungsdienst der Stadt und die Polizei, und dass die, die dort unerlaubt fahren, zur Kasse gebeten werden.

Bürgermeister Simon Hartmann betonte dazu, dass die Harztor-Baustelle natürlich für alle Beteiligten eine große Belastung sei, aber die Kritik müsse sich an die richten, die widerrechtlich durch die Baustelle fahren.

Leider könne der Bereich aber nicht rund um die Uhr überwacht werden. Man könne eben nur an die, die keine Anlieger sind, appellieren, dort nicht zu fahren, so Hartmann weiter.

Er gehe davon aus, dass die Sperrung des Harztors Anfang Oktober erledigt sei.

In der Sitzung ergriff FDP-Ratsherr Eckhard Ilsemann zur Harztor-Problematik das Wort und erinnerte an den Antrag der Liberalen an den Bürgermeister, zu prüfen, inwieweit die Straße „Am Lohgraben“ für den Verkehr geöffnet werden könnte.

Hartmann verwies darauf, dass der dortige Bahnübergang nicht videoüberwacht sei und es rund 100 000 Euro kosten würde, ihn mit Personal zu betreiben. Außerdem wäre dort Verkehr nur in eine Richtung möglich.

„So wie die Zustände aktuell in der Harztor-Baustelle sind, wäre eine Öffnung am Lohgraben nicht zu verantworten.“ Außerdem sei bereits bei den Überlegungen vor Baubeginn festgelegt worden, dass dort, wenn überhaupt, nur Rettungsdienst und Busverkehr fahren dürften. (Kathrin Plikat)

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