Jetzt fliegen die Pollen: Allergiker leiden

Foto: Bodo Marks/dpa

Northeim. Schniefende Nase, tränende Augen, juckende Haut: Allergiker haben es zurzeit besonders schwer. Mit dem Frühling beginnt die Pollensaison.

Das sorgt für eine verstärkte Nachfrage in Apotheken und gefüllte Wartezimmer bei den Ärzten.

Obwohl der Pollenflug durch den milden Winter früh begann, registriert die Northeimer Dermatologin Dr. Eva Doenitz-Balz erst seit zwei bis drei Wochen vermehrt Allergie-Patienten in ihrer Praxis. „Manche haben bereits seit Ende Januar Beschwerden“, berichtet sie. Zu dieser Zeit beginnt der Pollenflug bei Erle und Hasel.

Leichte und kurzzeitige Beschwerden könnten gut mit frei verkäuflichen Mitteln aus der Apotheke behandelt werden, sagt die Ärztin. Bei dauerhaften Symptomen, die über mehrere Wochen anhalten, sei jedoch ein Arztbesuch ratsam.

Rund 16 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden laut des Deutschen Allergie- und Asthmaverbundes an Heuschnupfen. Bei ihnen reagiert das Immunsystem übermäßig stark auf die vermeintlich krankmachenden Stoffe. Auch Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Kopfschmerzen sind als Folge der Pollen-Allergie möglich.

Die größte Gefahr von unbehandeltem Heuschnupfen sei die Entstehung von allergischem Asthma, warnt Doenitz-Balz. Dieses könne sich auch noch im Erwachsenenalter entwickeln. „Medikamente wie Nasensprays, Augentropfen und Tabletten lindern nur die Symptome“, erklärt die Ärztin.

Dauerhaft könne die Ursache nur mit einer sogenannten Hyposensibilisierung behandelt werden. Dabei wird das Immunsystem mittels Tropfen, Tabletten oder Spritzen außerhalb der Pollen-Saison an die Allergene gewöhnt - und das über drei bis fünf Jahre hinweg. Einen Rundumschlag könne man mit dieser Methode jedoch nicht erreichen. „Die Hyposensibilisierung gewöhnt den Körper nur an einzelne Allergene“, sagt Doenitz-Balz.

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