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Jugend musiziert in Northeim: 28 trauen sich vor die Jurys

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Von: Axel Gödecke, Axel Janßen

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Bereits mit viel Gefühl für die Klassik: Mia Mauerer aus Angerstein bei ihrem Klavier-Vortrag im Regional-Wettbewerb „Jugend musiziert“, der am Wochenende erneut in Northeim im Gymnasium Corvinianum stattfand.
Bereits mit viel Gefühl für die Klassik: Mia Mauerer aus Angerstein bei ihrem Klavier-Vortrag im Regional-Wettbewerb „Jugend musiziert“, der am Wochenende erneut in Northeim im Gymnasium Corvinianum stattfand. © Axel Janßen

Nach zweijähriger Coronapause fand der Regionalwettberb von „Jugend musiziert“ erstmals wieder vor Publikum in Northeim statt.

Northeim – Nach einem kompletten Ausfall und einem Wettbewerb unter Ausschluss der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr präsentierten sich am Wochenende 21 Klavierspielerinnen und Klavierspieler sowie sieben Streicher beim 60. Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ erstmals wieder vor Publikum. Trotz coronabedingt geringer Teilnehmerzahl konnten sich Regionalvorsitzender Heinz Weyhing, die acht Juroren und das Organisationsteam in den Musikräumen des Corvinianums über gute Leistungen freuen.

Traten vor Corona noch 60 bis 80 Teilnehmer in der Aula und den Musikräumen des Gymnasiums auf, war die Zahl bereits im vergangenen Jahr drastisch gesunken. Und auch dieses Jahr musste Weyhing noch wenige Tage zuvor die Zahl der Teilnehmer aufgrund von Krankheit nach unten korrigieren.

Am Ende konnten die je vier Juroren in den Kategorien Klavier und Kammermusik für Streichinstrumente nur 28 Musizierende begutachten, die jedoch zum überwiegenden Teil sehr gute Leistungen erbrachten. „Die Vorbereitung für einen solchen Wettbewerb dauert in ein bis zwei Jahre“, erläuterte Klavier-Juror Martin Knauer aus Celle. „In den letzten zwei Jahren erhielten viele Kinder und Jugendliche aufgrund der Corona-Restriktionen nur Fernunterricht oder hatten ganz mit dem Musikunterricht aufgehört“, erklärte er die kleine Zahl an Teilnehmern.

Spielten Mozart und Beethoven: Tomonari (Bass) und Leona Koyama.
Spielten Mozart und Beethoven: Tomonari (Bass) und Leona Koyama. © Axel Janßen

Auffallend war aber auch die geringe Zahl der Teilnehmer aus Northeim. Offenbar steht der Musikunterricht in der Region nicht mehr so im Fokus von Kindern und Jugendlichen wie früher, was sich auch an der sinkenden Zahl von freiberuflichen Musiklehrern ablesen lässt. Waren etwa vor Jahren die Übungsräume im Musikbereich des Northeimer Gymnasiums bis weit in den Abend erleuchtet, stehen heute offenbar andere Aktivitäten der Schüler im Vordergrund.

Aus dem Landkreis Northeim waren Sophie Mäder aus Uslar und die Nörten-Hardenbergerin Mia Mauerer in der Altersgruppe 1B (Jahrgänge 2013/2014) am Klavier vertreten.

Die achtjährige Mia, die in Angerstein die Johann-Wolf-Schule besucht, war mit Mutter und ihrer Göttinger Klavierlehrerin Tünde Zeke angereist und präsentierte sehr akkurat neben einem Bach-Präludium eine Beethoven-Sonatine, einen Walzer von Franz Schubert und als Überraschungsstück einen kurzen Flamenco des 1993 verstorbenen amerikanischen Komponisten Willian Glock.

Sophie Mäder präsentierte außer dem G-Dur Menuett von Christian Petzold ein schwieriges Scarlatti-Menuetti sowie eine Arabesque von Friedrich Burgmüller. Fast schon perfekt war der Auftritt von Wentao Xu aus Göttingen, der die Invention in F-Dur von Bach sehr exakt vortrug und auch den Schwung der Sonate in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart sehr schön herausgearbeitet hatte.

In der Altersgruppe der 2015 und später geborenen Kinder stand wie im vergangenen Jahr der japanische Bassist Tomonari Koyama im kammermusikalischen Wettbewerb – ganz wie ein professioneller Musiker gekleidet mit Lackschuhen und Kinderfrack. Erstmals spielte er mit seiner kleineren Schwester Leona, die noch in den Kindergarten geht und bereits mit drei Jahren anfing, Geige zu spielen.

Tapfer und schon mit einigem Anmut spielte sie Duette von Mozart, Beethoven und Bela Bartok. Richtig in Fahrt kam ihr Bruder im Duett mit Geiger Rui Ngan, mit dem er neben Haydn und Bach drei rumänische Volkstänze von Bartok spielte: Hier kam die Melodie im Bass, die Tomonari mit viel Verve auf dem kleinen Kinderbass vortrug.

Die Ergebnisse

Hier die Bewertungen. Ab 23 Punkte gibt es eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb, allerdings erst ab der Altersgruppe II:

Klavier:

Altersgruppe IA:

Erwin Zheng Wu, Göttingen 24 Punkte, 1. Preis;

Haruma Leonard Nagl, Göttingen, 22 Punkte, 1. Preis;

Linxi Guo, Rosdorf, 21 Punkte, 1. Preis;

Elisabeth Wirt, Rosdorf, 19 Punkte, 2. Preis;

Altersgruppe IB:

Mia Mauerer, Nörten Hardenberg, 25 Punkte, 1. Preis;

Wentao Xu Göttingen, 25 Punkte, 1. Preis;

Xitao Du, Göttingen, 24 Punkte, 1. Preis,

Sophie Mäder, Uslar, 20 Punkte, 2. Preis;

Altersgruppe II:

Sarah C. Rühlmann, Göttingen, 25 Punkte, 1. Preis; Maria Vogel, Göttingen, 23 Punkte, 1. Preis;

Wendi Xu, Göttingen, 21 Punkte, 1. Preis;

Keli Zhang, Bovenden, 20 Punkte, 2. Preis;

Laura Weissteiner, Billingshausen, 16 Punkte, 3. Preis;

Altersgruppe III:

Xiaozhou Jasmine Zhang, Göttingen, 24 Punkte, 1. Preis;

Klara Friederike Großhans, Göttingen, 23 Punkte, 1. Preis;

Xindi Wang, Bovenden, 20 Punkte, 2. Preis;

Altersgruppe IV:

Anna Dobbelstein, Göttingen, 25 Punkte, 1. Preis;

Yizhou July Zhang, Göttingen, 23 Punkte, 1. Preis;

Paula Vogel Göttingen, 22 Punkte, 1. Preis;

Katja Ebel, Göttingen, 17 Punkte, 2. Preis;

Altersgruppe V:

Clara Xingchen Jin, Bovenden, 25 Punkte, 1. Preis;

Kammermusik für Streichinstrumente, 2 bis 5 Musizierende: gemischte Besetzungen:

Altersgruppe IA:

Tomonari Koyama (Kontrabass), Göttingen und Leona Koyama (Violine), Göttingen, 24 Punkte, 1. Preis;

Altersgruppe IB:

Tomonari Koyama (Kontrabass), Göttingen und Rui Ngan (Violine), Göttingen, 23 Punkte, 1. Preis;

Altersgruppe III:

Anna Sophia Radenbach (Violine), Göttingen und Sebastian Radenbach (Violoncello), Göttingen, 18 Punkte, 2. Preis;

Altersgruppe V:

Luisa Steinmetz (Violine), Göttingen und Dörthe Johanna Ferrari (Violine), Göttingen, 23 Punkte, 1. Preis.

(Axel Janssen/Axel Gödecke)

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