Vor Corona 12 000 Übernachtungen

Jugendherberge in Northeim wieder offen

Drei der insgesamt sieben Mitarbeiterinnen der Jugendherberge in Northeim, und zwar Auszubildende Yasmin Brauckmann, Beate Deutschmann (hauswirtschaftliche Leiterin) und Herbergsleiterin Marieluise Radleff.
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Warten jetzt wieder auf Gäste: Drei der sieben Mitarbeiterinnen der Jugendherberge in Northeim, und zwar (v. l.) Auszubildende Yasmin Brauckmann, Beate Deutschmann (hauswirtschaftliche Leiterin) und Herbergsleiterin Marieluise Radleff.

Die Corona-Izidenzen sinken deutlich. Deswegen hat jetzt die auch die Northeimer Jugendherberge wieder geöffnet.

Northeim - Seit dem 25. Mai ist nach Monaten der coronabedingten Schließung wieder Leben in der Northeimer Jugendherberge, die von der Stadt betrieben wird.

„Der regelmäßige Kontakt und die Rückmeldungen unserer Gäste zeigt, dass alle darauf warten, endlich wieder kommen zu dürfen und es freut uns sehr, dass unsere Gäste uns genauso vermissen, wie wir sie“, sagt Marieluise Radleff, die für die Stadt das Jugendgästehaus leitet.

Marieluise Radleff

Nachdem die Jugendherberge jahrelang konstant gute Übernachtungszahlen geschrieben habe, sei der Einbruch durch Corona bitter gewesen. Radleff: „Besonders betroffen sind unsere Sport- und Jugendgruppen, hier besonders die Schwimmer, die sonst regelmäßig im Frühjahr und Herbst die Jugendherberge und das Hallenbad gefüllt haben und in den letzten Jahren auch zunehmend Fußballvereine, die den Kunstrasenplatz des FC Eintracht nutzen.“

Die kämen jetzt aber wieder. Für Ende Juli hätten sich 70 Fußballer aus Berlin angekündigt und auch die Freiwilligen-Seminare starteten wieder in Präsenz. Radleff: „Allerdings dürfen wir schon heute wieder die Teilnehmer am Vorkurs der Kfz-Fachschule für zwei Wochen bei uns begrüßen.“ Die Jugendherberge sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Bereich Tourismus mit sonst immerhin 12 000 Übernachtungen im Jahr. Sie sei damit zugleich ein Multiplikator für den Bekanntheitsgrad der Stadt Northeim.

Der Neustart müsse natürlich nach den Corona-Bestimmungen erfolgen. So könnten entsprechend der aktuellen Landesverordnung 80 Prozent der Betten belegt werden, sagt Radleff. Bleibe die Inzidenz ab Mitte der Woche stabil unter 35, seien wieder 100 Prozent möglich.

Alle Gäste müssten aber bei Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen oder vor Ort machen. Ohne Test könne man nur einchecken, wenn man nachweist, dass man genesen oder zweimal geimpft ist.

Im Haus müsse auch nach der Wiedereröffnung in allen öffentlichen Bereichen eine Mund-Nase-Bedeckung getragen und Abstand gehalten werden. So sieht es das schon im vorigen Jahr erarbeitete strenge Hygienekonzept vor. Die Verpflegung sei nur für Übernachtungsgäste gestattet.

Anreisende Gäste müssen einen frischen negativen Schnelltest vorlegen. Radleff: „Man kann den Test auch mitbringen und ihn dann bei uns unter Aufsicht machen.“ Wer länger bleibt, muss alle 72 Stunden den Test wiederholen.

Für Juni und Juli sind bislang laut Einrichtungsleiterin Marieluise Radleff fast nur Übernachtungen von Einzelreisenden und Familien gebucht, was der Unsicherheit der kurzfristigen Entwicklung der Infektionszahlen und dem nicht vorhersehbaren Impffortschritt geschuldet sei.

Ab Ende Juli erwarte sie aber dann wieder deutlich bessere Belegungszahlen. Radleff: „Es haben bereits einige Gruppen gebucht, darunter Ende Juli die oben genannten 70 Fußballer aus Berlin.

Pause zum Renovieren genutzt

Die Corona-Pause hat die Stadt Northeim als Betreiber des Jugendgästehauses übrigens für Renovierungsarbeiten genutzt. So wurde laut der Herbergsleiterin für rund 40 000 Euro eine neue Heizungsanlage eingebaut. Zudem sei viel gestrichen und Böden aufbereitet worden.

Mitarbeiterinnen waren in Kitas im Einsatz

Die sieben Mitarbeiterinnen der Jugendherberge waren während der coronabedingten Schließung übrigens nicht in Kurzarbeit, sondern in Kindertagesstätten der Stadt Northeim eingesetzt. Sie haben die die Kita-Mitarbeiterinnen unterstützt, die durch die Vorgaben und Anforderungen durch Corona eine erheblich höhere Arbeitsbelastung hätten, heißt es von der Stadt. (Axel Gödecke)

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