Nach Übernahme durch die Werk-statt-Schule: Förderung wurde abgelehnt

Northeimer Jugendwerkstatt auf der Kippe

Northeim. Vor zwei Monaten hat der Verein Werk-statt-Schule die Trägerschaft der Jugendwerkstatt von der Stadt Northeim übernommen, doch Ende Juni läuft die Förderung des Projekts durch die Jugendstiftung aus.

„Ein weiterer Förderantrag wurde abgelehnt“, sagt Christine Huster, Geschäftsführerin von Werk-statt-Schule. „Nach der erfreulichen Übernahme ist das jetzt sehr frustrierend.“

Die Jugendwerkstatt hilft Jugendlichen und Erwachsenen von 14 bis 27 Jahren, die Unterstützung beim Übergang zwischen Schule und Beruf benötigen. Die Werk-statt-Schule wollte zudem künftig besonderes Augenmerk auf die Förderung von Flüchtlingen legen.

Über viele Jahre wurde die Werkstatt von der Jugendstiftung des Landkreises - sie vergibt die Mittel für freiwillige Leistungen der Jugendsozialarbeit - gefördert. Laut Huster war für 2015 erneut eine Summe von über 35.500 Euro bewilligt worden. Zu diesem Zeitpunkt war die Jugendwerkstatt allerdings noch in der Trägerschaft der Stadt. „Während der Übernahme-Verhandlungen im November und Dezember 2014 hatten wir bereits den Antrag an die Jugendstiftung gestellt, die bewilligten Mittel im Falle eines Übergangs von der Stadt auf die Werk-statt-Schule zu übertragen“ erklärt Huster. Jedoch erhielt der Verein die Auflage, einen Finanzplan vorzulegen, um die Bewilligung zu erhalten.

Da der Werk-statt-Schule zu diesem Zeitpunkt aber noch Daten fehlten, um einen Plan aufzustellen, stellte Huster den Antrag im März dieses Jahres erneut. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Stiftung, die ja alle Jugendwerkstätten des Landkreises bislang fördert, die bereits bewilligten Mittel auch für eine Werkstatt in Trägerschaft der Werk-statt-Schule zur Verfügung stellt.“ Doch anstatt der Bewilligung kam die Absage für eine weitere Förderung.

Warum die Förderung nicht bewilligt wurde, weiß Huster nicht. „Wir dachten ja eigentlich, dass es nur eine Formsache ist.“ Auch für Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser kam die Absage überraschend. „Das macht mich maßlos traurig.“ Den Grund für die Absage kenne er nicht. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar.“

Auf HNA-Anfrage teilte Claudia Hiller, stellvertretende Sprecherin des Landkreises mit, dass die Sitzungen des Vorstandes des Jugendstiftung nicht öffentlich seien. „Über Diskussions- oder Abstimmungsverläufe kann daher keine Auskunft erteilt werden.“

165.000 Euro der Kosten finanziert die Werk-statt-Schule über die NBank. Laut Huster müssen ab Juli aber mindestens zehn Prozent (18.333 Euro) durch Jugendhilfe- oder andere private Mittel kofinanziert werden. (cha)

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