Junges Theater gastiert in der Northeimer Stadthalle

Göttinger Kultureinrichtung sucht große Bühnen, um auftreten zu können

Neues Angebot in der Northeimer Stadthalle: JT-Sänger Michael Johannes Mayer, Simon Hartmann, Marieluise Radleff, Nico Dietrich und Pianist Steffen Ramswig.
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Neues Angebot in der Northeimer Stadthalle: JT-Sänger Michael Johannes Mayer, Simon Hartmann, Marieluise Radleff, Nico Dietrich und Pianist Steffen Ramswig.

Mit zwei Heinz-Erhardt- und einem Wiener Liederabend gastiert das Junge Theater (JT) Göttingen im November und Dezember in der Stadthalle Northeim. Der Förderverein Stadthalle hat das Ensemble außerdem im Februar mit der Musikshow „Dirty Old Town“ gebucht. Der Vorverkauf läuft.

Northeim – „Gerade einmal 45 von insgesamt 195 Sitzplätzen stehen uns unter Corona-Bedingungen in Göttingen an der Bürgerstraße 15 zur Verfügung, wo wir während der Sanierung unseres Theaters am Wochenplatz provisorisch untergekommen sind“, berichtete Intendant Nico Dietrich bei einem Pressegespräch in der Stadthalle. Die JT-Musikshows, bei denen fünf Musiker und sechs Sänger auf der Bühne ständen, ließen sich unter solchen Bedingungen nicht durchführen.

„Wir haben daher in den vergangenen Monaten nach zusätzlichen Auftrittssorten gesucht“, sagte Dietrich. In Göttingen würde seine Compagnie nun die Sparkassen-Arena und die Lokhalle bespielen. „In Northeim kann das Theater vor 265 Zuschauern auftreten“, kündigte Stadthallen-Leiterin Marieluise Radleff an. Unter normalen Bedingungen gäbe es dort 700 Plätze.

Von einer „komplett neuen Dimension“ sprach Intendant Dietrich – auch mit Blick auf die neuen und noch größeren Spielstätten in Göttingen. Sie seien aber „nicht größenwahnsinnig“ geworden. Sie rechneten alle Veranstaltungen durch. „Viele Partner“ unterstützten sie. Sein Theater wolle künftig auch Schulvorstellungen für Abiturienten in Northeim geben. So könnten sie mit E. T. A. Hoffmanns Stück „Der goldene Topf“ in die Rhumestadt kommen. Es sei Thema im Abitur. Zu Silvester biete sein Ensemble zwei Heinz-Erhardt-Abende im P.S. Speicher Einbeck.

Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) zeigte sich erfreut über den neuen Stadthallen-Nutzer. „Die Aufführungen helfen uns, die Auslastung der Stadthalle zu verbessern“, erklärte Leiterin Radleff. Von März bis Mai sei die Halle geschlossen gewesen. 30 Veranstaltungen hätten abgesagt werden müssen. Das sei ein „schmerzhafter Einschnitt“ gewesen. Covid-19 habe ihr Team ausgebremst, das sich eigentlich „auf der Überholspur“ befunden hätte.

„Die Zahl der Veranstaltungen hatte sich von 75 in 2018 auf 107 in 2019 erhöht“, ergänzte der Bürgermeister. Die Einnahmen hätten sich sogar verdoppelt. Anfang des Jahres habe es so ausgesehen, als ob sie dieses Ergebnis noch übertreffen würden.

„Seit der Wiedereröffnung der Halle finden dort vor allem Gremiensitzungen statt“, berichtete Leiterin Radleff. Sie machten derzeit zwei Drittel aller Veranstaltungen aus. Der Förderverein setze sein Programm unterdessen unter Corona-Bedingungen in der Stadthalle fort. Die Angebote des Konzertrings liefen im Oktober wieder an. Um den Nikolaustag herum trete der Kinderzirkus Fidibus auf. Insgesamt werde es bis Ende des Jahres noch 45 Veranstaltungen geben.

Von Michael Casper

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