Kabarett: Mutti Merkels scharfe Waffe

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Unterhaltsam: Der ältere Berufs-Schnorrer „Onkel Horst“ (links) , die irritierte Braut und der verliebte Breaut-Entführer haben sich im Kühlraum des Berliner Nobel-Hotels Adlon versteckt (von links: Edgar Harter, Tim Doleys und Caroline Lux).

Northeim. Zugunsten der Hospiz-Stiftung Northeim-Einbeck trat das Berliner Kabarett "Die Distel" in der Stadthalle auf. Dabei bekamen nicht nur Bundepolitiker ihr Fett ab.

Es hätte auch eine Verwechslungskomödie werden können, als das Berliner Kabarett „Distel“ in der Northeimer Stadthalle mit seinem Programm „Im Namen der Raute“ eine Benefiz-Vorstellung zugunsten der örtlichen Hospiz-Stiftung gab.

Im Keller des Berliner Nobel-Hotels Adlon tummelten sich eine irritierte Braut, ihr verliebter Braut-Entführer, ein geschickter Berufs-Schnorrer, der französische Hotelmanager, eine beängstigend effektiv-zackige Vertreterin des amerikanischen Auslands-Geheimdienstes NSA, ein überforderter Vertreter des Bundesnachrichtendienstes BND und ein jovial-unprofessioneller Vertreter des Verfassungsschutzes. Das geplante Gipfeltreffen zwischen Barack Obama und Angela Merkel fand allerdings nicht statt. Viel Lärm um Nichts.

Tatsächlich nutzten die hervorragenden Darsteller Caroline Lux, Tim Doleys und Edgar Harter das Szenario für eine Reihe von witzig-satirisch-kritischen Sketchen und Liedern. Unter anderem Lehrer, Flüchtlings- und Einwanderungs-Politik, Große Koalition, Politiker im allgemeinen und im Besonderen, allen voran die Kanzlerin, sowie das umstrittene geplante Freihandelsabkommen TTIP wurden durchgehechelt.

Unvergesslich werden sicherlich die Mitglieder des Heeresmusikcorps, die scharfe Waffe Ursula von der Leyen und die Bettszene mit Angela Merkel und Herrn Sauer bleiben. Eines der Gesprächsthemen des im wahrsten Wortsinn hochgestellten Ehepaares: Muttis Adenauer-Rouladen. Korrektur Sauer: Kohl-Rouladen.

Die etwa 450 Besucher bogen sich fast ununterbrochen vor Lachen. Das Tempo war hoch, die Darstellung präzise, fast alles gut zu verstehen. Auch die gelegentlichen Kalauer, die mit Charme serviert wurden, kamen gut an.

Man staunte über die schnellen Kostümwechsel. Als einmal ein Ärmelloch nicht getroffen wurde, mussten auch die Darsteller lachen. Das hervorragende Orchester bestand aus gerade mal zwei Musikern. Tilman Ritter spielte Klavier und Keyboard, Falk Breitkreuz Schlagzeug und diverse Blasinstrumente.

Siegfried Schmidt, Vorsitzender der von ihm 2003 gegründeten Hospiz-Stiftung Einbeck-Northeim-Uslar, dankte zu Beginn den Besuchern und den treuen Sponsoren: der KSN-Stiftung, den Firmen Breckle und Hardenberg-Wilthen-AG sowie Wolfgang Hermann vom gleichnamigen Autohaus und dem Blumencenter Denecke.

In der Pause verriet Schmidt, wie es ihm gelungen war, das renommierte Berliner Ensemble nach Northeim zu holen: Tim Doleys ist sein Neffe.

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