Kampf den Schottergärten im Kreis Northeim

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Vermeintlich pflegeleicht: Schottergärten wie diese sind vielen Stadtplanern ein Dorn im Auge. Foto: carmen jaspersen/dpa

Der zunehmende Trend, Vorgärten in Neubaugebieten als Schotterflächen zu gestalten, stößt in vielen Städten und Gemeinden des Landkreises Northeim auf Widerstand.

Auch in Hardegsen sieht man diese Entwicklung kritisch. Trotzdem hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich einen entsprechenden Antrag der Gruppe Hardegsen 21/Die Linke abgelehnt, der ein striktes Verbot solcher Schottergärten vorsah. Mehrheitlich sprach sich der Rat dafür aus, Konzepte zu entwickeln, um bei Hauseigentümern ein Umdenken zu erreichen.

Auch aus Sicht von Ingrid Müller, Naturschutzbeauftragte des Landkreises Northeim, sind strikte Verbote nicht der richtige Weg, um die zunehmende „Verschotterung“ der Vorgärten in den Griff zu bekommen. Schließlich habe jeder das Recht seinen Garten so zu gestalten, wie er das für richtig hält.

Zielführender sei es, die Menschen davon zu überzeugen, dass es nicht nur aus Naturschutzgründen sinnvoller sei, Grünflächen anzulegen. „Schotterlfächen sind keineswegs pflegeleichter“, sagt Müller. „Auf ihnen siedeln sich gern auch Flechten und Moose an und zwischen den Steinen.“

Sie weiß von einem Fall zu berichten, bei dem ein Eigentümer seinen Schottergarten nur mit großem Pflegeaufwand freihalten konnte von Keimlingen eines benachbarten Ahornbaumes. Dass am Ende sogar das Fällen des Baumes in Erwägung gezogen worden sei, um der Lage Herr zu werden, mache die Unsinnigkeit solcher Schottergärten deutlich.

„Ein weiterer großer Nachteil ist, dass Schottergärten in den Sommermonaten zur Erwärmung der Häuserfassaden beitragen“, gibt Müller zu bedenken.

Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer weist auf Anfrage zu diesem Thema darauf hin, dass Gemeinden die Gestaltung von nicht überbauten Flächen zur Verwirklichung bestimmter städtebaulicher oder ökologischer Absichten detailliert regeln können. „Sie können sogar die Arten der anzupflanzenden Bäume und Sträucher vorgeben und entsprechende Vorgaben in die Bebauungspläne oder Bauvorschriften aufnehmen.“

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