Nach Aufruf von Papst Franziskus

Im katholischen Pfarrheim noch keine Flüchtlinge

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Mariä Heimsuchung: Das Gotteshaus der katholischen Kirchengemeinde Northeim. Archiv-

Northeim. Die katholische Pfarrgemeinde St. Marien in Northeim hat bislang noch keine Flüchtlinge aufgenommen.

Das teilte Pfarrer Franz Kurth auf HNA-Anfrage mit. Hintergrund: Papst Franziskus hatte Anfang September angesichts der Flüchtlingskrise dazu aufgerufen, dass jede Pfarrgemeinde eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen soll.

„Wir wären bereit, in unserem Pfarrhaus hier in Northeim eine Familie aufzunehmen, aber bislang ist dieser Wunsch seitens der Politik noch nicht an uns herangetragen worden“, beschreibt Kurth die Situation. Er habe den Eindruck, dass die Koordination der Flüchtlingshilfe in dieser Hinsicht in Northeim noch nicht funktioniere, verweist aber auf die Arbeit der Caritas und das Engagement der katholischen Kirche in anderen Kommunen des Landkreises, wo man gemeinsam mit evangelischen Kirchengemeinden und den Verwaltungen bereits in der Flüchtlingshilfe aktiv sei.

Bezüglich der Unterbringung von Flüchtlingen werde man selbst keine Initiative ergreifen und weiterhin abwarten, ob die Hilfe konkret angefragt werde, denn die Gemeinde habe auch so genug zu leisten. „Da ist uns das Hemd näher als die Hose“, bringt Kurth seine Position in dieser Frage deutlich auf den Punkt.

Für die evangelische St.-Sixti-Kirchengemeinde Northeim ist die Unterbringung von Flüchtlingen kein Thema. „Dafür fehlen uns einfach die geeigneten Räumlichkeiten“, sagt Kirchvorstandsvorsitzender Jochen Hartung auf HNA-Anfrage. „Wir werden aber demnächst unser Gemeindehaus für Sprachkurse des Café Dialog zur Verfügung stellen.“

Geplant sei, auf diesem Weg Kontakt zu hilfsbedürftigen Flüchtlingen zu bekommen, um diesen dann je nach Bedarf individuell konkrete Hilfe anbieten zu können.

Hartung: „Diese Hilfe in kleinen Schritten halten wir für sinnvoller als die Ankündigung großer Aktionen, die das ehrenamtliche Engagement eventuell überfordern und womöglich den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen nicht gerecht werden.“

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