Katolische Gemeinden wollen Papst-Aufruf folgen

Wohnung im Pfarrhaus Nörten steht Flüchtlingen bald zur Verfügung

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Die Türme der katholische Kirche St. Martin in Nörten-Hartdenberg.

Northeim. Papst Franziskus hat alle katholischen Gemeinden in Europa dazu aufgerufen, wenigstens eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen.

Im Landkreis Northeim ist das nicht überall umzusetzen, weil es keine leere Pfarrhäuser gibt. In Nörten-Hardenberg wird die Papst-Bitte dennoch prompt umgesetzt.

„Wir richten eine Wohnung im Obergeschoss des Pfarrhauses her. Die wird am Wochenende fertig sein“, sagt Pfarrer Andreas Körner. Die Entscheidung dazu war bereits gefallen, bevor der Papst dazu aufgerufen hatte. Die Nörtener werden den neuen Wohnraum an den Landkreis melden und mit dem in Nörten bestehenden Runden Tisch Flüchtlinge zusammenwirken. „Da die Wohnung sehr groß ist, hoffen wir, dass wir eine Familie zugewiesen bekommen. Außerdem haben wir einen Helferkreis, der für Fragen und praktische Hilfen zum Beispiel bei Behördengängen oder Einkäufen bereit steht.“

Auch Franz Kurth, Dechant des Dekanats Nörten-Osterode und Pfarrer von St.-Marien Northeim und St. Ulrich Moringen, ist sich sicher, den Papst-Appell umsetzen zu können, jedoch nicht in eigenen Räumen. „Wir finden garantiert Menschen, die Flüchtlinge aufnehmen.“ Vielleicht unter Gemeindemitgliedern, bei denen die Kinder mittlerweile aus dem Haus seien. Interessenten können sich im Pfarrbüro melden.

Die Hilfsbereitschaft der Gemeindeglieder in der Flüchtlingsfrage sei insgesamt sehr groß, lobt Kurth und hebt unter anderem das Engagement der Kolpingsfamilie Moringen, die Sprachkurse anbietet, hervor.

Die Flüchtlingsunterbringung durch Gemeinden wird laut Kurt auch Thema in der nächsten Hauptamtlichen-Konferenz des Dekanats vom 5. bis 7. Oktober sein.

Pfarrer Rudi Kastner von der katholischen Gemeinde in Uslar sagt: „Platz gibt es immer.“ Er ist sicher, dass sich einerseits Gemeindemitglieder finden, andererseits sogar im Pfarrhaus Platz geschaffen wird, „wenn Not am Mann ist“. Es zähle jetzt, Flagge zu zeigen. (goe/ajo/fsd)

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