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Katzenschwemme im Landkreis Northeim reißt nicht ab

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Die beiden Katzenkinder suchen mit ihren Geschwistern ein neues Zuhause.
Die beiden Katzenkinder suchen mit ihren Geschwistern ein neues Zuhause. © Betty Ludwig/nh

Die Zahl der Katzen, die irgendwo aufgefunden und von Tierschützern betreut werden müssen, nimmt immer mehr zu.

Hohnstedt – Es geht wuselig zu im Anbau von Betty Ludwig in Hohnstedt, wo die engagierte Katzenfreundin eigens eine eigene kleine Katzenstation eingerichtet hat. Seit zwölf Jahren kümmert sie sich um Katzenkinder, päppelt sie auf, gewöhnt sie an Menschen und versorgt sie medizinisch, bis sie zur Vermittlung geeignet sind.

Betty Ludwig mit einer von ihr in Obhut genommenen Katze. Noch ist die kleine Samtpfote etwas schüchtern.
Betty Ludwig mit einer von ihr in Obhut genommenen Katze. Noch ist die kleine Samtpfote etwas schüchtern. © Rosemarie GErhardy

„In diesem Jahr reißt die Zahl der Katzenkinder gar nicht ab“, so Ludwig. Aber mehr als sechs bis acht Kitten könne sie nicht aufnehmen. Doch immer wieder gebe es neue Anfragen von den drei Tierschutzorganisationen, mit denen sie eng zusammenarbeitet. Das sind der Tierschutz Bad Gandersheim, das Katzenteam Einbeck und das Spendenteam Einbeck.

Bereits jetzt seien schon wieder vier Katzenkinder in der Warteschleife, die in einer Quarantänestation darauf warteten, dass sie wieder Platz hätte. Während sie erzählt, laufen zwei rote und zwei graue Katzenkinder um sie rum. „Die vier Geschwister sind der Katzenseuche von der Schippe gesprungen“. Eigentlich waren sie für das Tierheim Northeim vorgesehen, sind dann aber bei Ludwig gelandet. Die Katzenseuche, die im Tierheim grassierte, hätten die vier wohl kaum überlebt, so Ludwig.

Dennoch mussten auch diese Katzenkinder medizinisch betreut werden, bis alle sind fit sind und vermittelt werden können. Doch das werde immer schwieriger, so Ludwig, die die Tiere nur gegen eine Gebühr von 80 Euro (darin enthalten 30 Euro, die nach einer Kastration zurückerstattet werden) vermittelt. Die Leute würden sich zurückhalten, vielleicht aus Sorge, was die ganzen Teuerungen für sie mitbringen würden, mutmaßt Ludwig.

Auch in den Tierheimen gebe es viele Tiere zur Vermittlung, hier vor allem auch alte, bei denen die Vermittlung nochmals schwerer sei.

Kastrationspflicht

Sie bedauert, dass Northeim sich noch immer nicht für eine Kastrationspflicht bei Katzen ausgesprochen hat. Damit könne einiges an Katzenleid verhindert werden, denn die Katzen seien inzwischen so domestiziert, dass sie ohne den Menschen krank werden und leiden.

Sorge bereitet Ludwig auch die steigenden Kosten: „Den Vereinen laufen die Kosten davon.“ Insbesondere die steigenden Tierarztkosten schlagen zu Buche. Als sie vor zwölf Jahren angefangen habe, habe die Sterilisation einer Katze rund 100 Euro gekostet, inzwischen seien es 250 Euro und nun werde es wegen der neuen Gebührenordnung der Tierärzte, die demnächst in Kraft tritt, nochmals teurer. Sie würde sich wünschen, dass da der Landkreis mehr von den Kosten übernehmen würde.

Spenden notwendig

Spenden für die Pflege und medizinische Betreuung der Tiere sei bei allen im Tierschutz organisierten erforderlich, macht sie deutlich.

Sie selbst übernimmt alle Kosten für ihre Schützlinge – bis auf die medizinischen Kosten, dafür müssten die Tierschutzvereine aufkommen. (Rosemarie Gerhardy)

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