Kaum Probleme durch Urlaub

Northeimer Unternehmen vertrauen Mitarbeitern bei der Reiserückkehr

Ein Wattestäbchen wird von einem Mensch in Schutzanzug und blauen Einweg-Handschuhen zu einem Reagenzglas geführt.
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Bei der Rückkehr aus einem Corona-Risikogebiet ist der Coronatest mit Hilfe eines Abstrichstäbchens Pflicht. Kostenlos ist er nur innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa

Seit dem 8. August sind Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten verpflichtet, sich nach Einreise auf das Virus testen zu lassen. Eine Zwangsquarantäne verordnen Unternehmen im Landkreis Northeim aber nicht.

Landkreis Northeim – Unternehmen im Landkreis Northeim setzen auf das Vertrauen in ihre Beschäftigten, wenn diese Urlaub in einem Corona-Risikogebiet gemacht haben, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab. Probleme mit Reiserückkehrern habe es bisher nicht gegeben.

Bei Contitech setzt man darauf, dass die Angestellten die Coronaregeln „auch im Urlaub befolgen und sich eigenverantwortlich keinen unnötigen Risiken aussetzen“, wie Pressesprecherin Antje Lewe sagt. Falls Beschäftigte planen, Urlaub in einem Risikogebiet zu machen, bitte das Unternehmen sie, sich im Vorfeld mit der Führungskraft oder Personalabteilung in Verbindung zu setzen, um die Sicherheit am Standort nach der Rückkehr nicht zu gefährden.

Ähnlich verfährt die Kreis-Sparkasse Northeim (KSN). Dort teilen Arbeitnehmer Reisen in Risikogebiete ebenfalls der Personalabteilung mit und nach der Wiederankunft müssten sie entweder einen negativen Coronatest vorweisen oder für 14 Tage von zuhause aus arbeiten, berichtet Pressesprecher Gernot Bollerhei. Das treffe aber ohnehin nur auf „eine Handvoll“ der ungefähr 300 Beschäftigten zu. Der Großteil von ihnen habe sich damit an die Empfehlung der Kreis-Sparkasse gehalten, keine Reisen in Risikogebiete zu unternehmen, lobt er.

Bei der Firma Thimm gibt es laut Nicole Klein, Leiterin Unternehmenskommunikation, eine Mitteilungspflicht gemäß des Infektionsschutzgesetzes. „Sollte ein begründeter Infektionsverdacht vorliegen, stellen wir die betroffenen Mitarbeiter von der Arbeit frei“, sagt sie. Dienstreisen in ausgewiesene internationale Risikogebiete seien derzeit untersagt.

Zurzeit noch in einer „komfortablen Situation“ bezüglich Reiserückkehrern befinde sich Wilvorst Herrenmoden, wie Personalleiter Ingolf Wagner sagt, denn viele Mitarbeiter seien bis Ende August noch in Betriebsurlaub. Wenn der endet, setzt man aber auch bei dem Modegeschäft auf das Vertrauen in die Vernunft der Beschäftigten. Dieses habe sich aufgrund der vergangenen Monate auch bei Wilvorst noch einmal deutlich verstärkt. Gleiches gelte für die Moringer Firma König. Die dortige Personalmanagerin Nicole Simon „weiß von niemandem, der Urlaub in einem Risikogebiet gemacht hat.“

Klare Vorgaben bei der Reiserückkehr

Rückkehrer aus einem vom Robert-Koch-Institut (RKI) ausgewiesenen Risikogebiet müssen nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung fahren und dort bleiben, bis sie ein negatives Testergebnis vorweisen können – in dieser Zeit sind nicht einmal Spaziergänge erlaubt. Kostenlos sind die verpflichtenden Tests für 72 Stunden, bei Verweigerung drohen Strafen bis zu 25 000 Euro. Infos und Antworten auf häufig gestellte Fragen unter niedersachsen.de/coronavirus. (Jan Trieselmann)

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