Logistischer Aufwand für Arztpraxen weiterhin belastend

Kein Engpass bei mRNA-Impfstoffen im Raum Northeim

Eine Spritze wird mit dem Corona-Impfstoff von Moderna aufgezogen.
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Corona-Kreuzimpfung: Erst Astrazeneca, dann mRNA-Impfstoff - so lautet die aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission.

Die Versorgung mit mRNA-Impfstoffen ist im Landkreis Northeim gesichert.

Northeim – Die Versorgung mit Impfstoffen für die Vertragsärzte (früher Kassenärzte) hat sich im Juli verbessert. Das teilte Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Ärztevereins Northeim auf HNA-Anfrage mit.

„Deutschlandweit stehen zum Beispiel zwei Millionen Impfstoffdosierungen als Wochenration von Biontech für die niedergelassenen Praxen zur Verfügung, und es gibt keine Höchstbestellmengen mehr für Erst- und Zweitimpfungen“, beschreibt Boldt die aktuelle Situation und bestätigt, dass auch die Gemeinschaftspraxis, die er zusammen mit Dr. Anne Wucherpfennig in Moringen betreibt, die bestellte Menge geliefert bekommen hat.

„Viele Praxen sind mit den Impfungen aber natürlich auch an ihrer Belastungsgrenze“, betont Boldt. Die Kolleginnen und Kollegen seien bemüht, der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu folgen, wonach mit Astrazeneca Geimpfte früher als nach zwölf Wochen einen Termin für die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten können. Aus organisatorischen Gründen sei dies vor dem Hintergrund, dass einige Praxen jetzt Urlaub machen, aber nicht immer möglich.

Die kurzfristige Stiko-Empfehlung hatte Anfang Juli dazu geführt, dass die Telefone in den Hausarztpraxen nicht stillstanden, weil Erstgeimpfte ihre Zweitimpfung vorverlegen wollten (wir berichteten).

„In unserer Praxis finden die Impfungen weiterhin zusätzlich zur normalen Sprechstunde statt“, sagt Boldt und berichtet, dass die kritisch kranken beziehungsweise gefährdeten Patienten über 60 Jahre mittlerweile geimpft sind. Das hätten ihm auch Kolleginnen und Kollegen, mit denen er in den vergangenen Tagen gesprochen habe, aus deren Praxen bestätigt. „Da wir jetzt fast durchweg bei den jüngeren Patienten angekommen sind, verwenden wir in unserer Praxis nahezu ausschließlich den mRNA-Impfstoff von Biontech“, so Boldt. „Dabei müssen wir allerdings seit Kurzem auf die zwar seltene, aber insbesondere bei jüngeren Männern auftretende Komplikation der Myocarditis hinweisen.“

Nach den USA und Großbritannien hat jetzt auch die Europäische Arzneimittelagentur die Myokarditis (Herzmuskelentzündung ) und Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels), die bei jüngeren Männern aufgetreten sind, als mögliche unerwünschte Effekte der Impfstoffe von Biontech und Moderna eingestuft. Die Beschwerden sollen sich unter Ruhe oder Therapie bessern. Auf stärkere sportliche Betätigungen sollte in den ersten Tagen nach der Impfung verzichtet werden.

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