Finanzausschuss lehnt mehrheitlich Projekt ab

Aus für kleine Ortswehr? Kein neues Gerätehaus für Berwartshausen

Zu klein und nicht den Bestimmungen entsprechend: Das in einem Scheunenanbau untergebrachte Feuerwehrhaus in Berwartshausen. foto: Kathrin Plikat
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Zu klein und nicht den Bestimmungen entsprechend: Das in einem Scheunenanbau untergebrachte Feuerwehrhaus in Berwartshausen.

War das schon das quasi von oben verordnete Aus für die Freiwillige Feuerwehr in der Northeimer 85-Einwohner-Ortschaft Berwartshausen?

Northeim -Im Finanzausschuss des Northeimer Rates jedenfalls fand ein von der SPD gestellter Antrag, den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Ortswehr im Etat der Stadt für 2022 zu belassen, keine Mehrheit. Er wurde mit 3:4 Stimmen abgeschmettert.

Gegen den Neubau stimmten die CDU, die FDP und auch die Grünen. Sie waren der Ansicht, dass die Stadt sowohl auf den Kauf eines neuen, 165 000 Euro teuren Fahrzeugs für die Ortswehr Berwartshausen als auch auf den Ersatzneubau eines Feuerwehrhauses, der durch das neue Auto notwendig geworden wäre, zu verzichten. Das neue Gerätehaus würde mit rund einer Million Euro zu Buche schlagen.

Den Verzicht auf beide Dinge, Auto und Gerätehaus, hatte zuvor bereits der Feuerwehrausschuss des Rates empfohlen. Dabei spielte im Hinterkopf eine Rolle, dass so große Investitionen für einen so kleinen Ort und eine so kleine Wehr nicht sinnvoll seien. Nach der Empfehlung des Feuerwehrausschusses, dem sich die Mehrheit des Finanzausschusses anschloss, sollen die im Etatentwurf für Berwartshausen für 2022 vorgesehenen Mittel für ein anderes, neu zu bauendes Feuerwehrhaus im Stadtgebiet verwendet werden, beginnend im kommenden Jahr mit 50 000 Euro Planungskosten. Wohin das Geld fließen soll, solle das Stadtkommando durch eine Prioritätenliste festlegen.

Northeims Bürgermeister Simon Hartmann und auch SPD-Finanzsprecher Berthold Ernst hatten zuvor diesen Weg harsch kritisiert. Er bedeute faktisch das Aus für die Ortsfeuerwehr Berwartshausen. Hartmann: „Wenn man das will, dann soll man das aber auch offen sagen.“ Er erinnerte zudem daran, dass der Brandschutz für Schnedinghausen, wo sich 2016 die Ortsfeuerwehr aufgelöst hatte, von Berwartshausen mit sichergestellt werden sollte.

Grundsatzfrage

Berthold Ernst (SPD) stellte die Grundsatzfrage in den Raum, bei welcher Größe eines Dorfes man denn dann künftig die Grenze setzten wolle für die Sicherstellung des Bestands einer Ortsfeuerwehr. „Unserer kleinsten Ortschaft die Feuerwehr wegzunehmen, reißt nicht nur eine Lücke in den Brandschutz, wir nehmen dem Dorf auch das letzte Stück Gemeinwesen“, fügte er hinzu.

Christian von Plate-Strahlenheim (Imbshausen, CDU) entgegnete, dass bei kleineren Feuerwehren andere Strukturen gefunden werden müssten, um sie zukunftsfähig zu halten. Zusammenlegungen und gemeinschaftliche Nutzungen von Anlagen seien ein Weg, darüber werde auch in anderen Ortschaften durchaus nachgedacht.

Abschließend muss der Stadtrat in seiner Haushaltssitzung am 16. Dezember über den Etat entscheiden. (Axel Gödecke )

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