Bauern ziehen erste Bilanz

Keine gute Ernte im Landkreis Northeim in Sicht

Mähdrescher auf Getreidefeld
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Die Getreideernte im Landkreis Northeim hätte besser sein können.

Die Bauern im Landkreis Northeim haben nur eine unterdurchschnittliche Getreideernte eingefahren.

Northeim – Auch wenn es in diesem Jahr nicht so trocken wie in den beiden vergangenen Jahren war, sind die Bauern von der Ernte in diesem Jahr enttäuscht. Das teilte Claus Hartmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Northeim-Osterode auf HNA-Anfrage mit.

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, bringt er die aktuelle Situation für die Landwirte im Landkreis Northeim auf den Punkt. „Ähnlich wie in der Fabel von Äsop, der voreilig seinen Mantel verkauft, weil er eine Schwalbe am Himmel gesehen hat, war es auch bei der Ernte in diesem Jahr.“

Nachdem im Frühjahr die Eindrücke überaus positiv gewesen seien, weiche das Ergebnis zum Teil deutlich davon ab, so Hartmann. „Bei den Druschfrüchten, also bei Gerste, Raps und Weizen lag der Ertrag deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.“ Erschwerend hinzu komme, dass die Bauern bei der Gerste große Qualitätsprobleme zu beklagen hatten. Nur mit der Qualität des Winterweizens können die Bauern laut Hartmann in diesem Jahr zufrieden sein.

Hinsichtlich der Verkaufspreise sei zwar seit Anfang Juli eine sehr positive Entwicklung zu beobachten, erklärt Hartmann, betont aber, dass ein Großteil der Ernte zu diesem Zeitpunkt aber schon vermarktet gewesen sei. „Das bedeutet, dass wir mit den aktuellen Preisen den Minderertrag nur schwer oder gar nicht ausgleichen können“, so Hartmann weiter.

Die noch ausstehenden Erntefrüchte Mais und Zuckerrüben machen nach den Worten Hartmanns derzeit einen guten Eindruck. Allerdings könne die fehlende Sonneneinstrahlung für den Mais ein verringertes Kolbenwachstum und für die Zuckerrübe einen geschmälerten Zuckergehalt bedeuten.

„Das Landvolk Northeim-Osterode bittet bereits jetzt um Verständnis, dass es während der Ernte- und Abfuhrarbeiten bei Mais und Zuckerrüben zu vorübergehenden Verschmutzungen kommen kann“, sagt der Vorsitzende. In jedem Falle seien die Landwirte und Lohnunternehmer sehr darum bemüht, die Auswirkungen und Beeinträchtigungen für Autofahrer so gering wie möglich zu halten.

Im Kreis Northeim wurde in diesem Jahr eine Fläche von 59 050 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Allein auf 21 013 Hektar wurde Winterweizen angebaut. Die restliche Fläche wurde wie folgt genutzt: Wintergerste (6042 Hektar), Winterraps (5914), Mais (5714), Zuckerrüben (5105), Hafer (649), Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen (595), Ackerbohnen (403), Kartoffeln (204), Grünland (9007). Außerdem wurden 880 Hektar als Brachland stillgelegt.

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