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Preise für Brot, Wurst und Restaurantbesuche steigen

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Von: Niko Mönkemeyer, Rosemarie Gerhardy

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Die Kosten steigen auch in den Backstuben: Jürgen Schulze, Obermeister der Bäcker-Innung Northeim Einbeck, rechnet mit deutlichen Preissteigerungen – auch für die Kunden.
Die Kosten steigen auch in den Backstuben: Jürgen Schulze, Obermeister der Bäcker-Innung Northeim Einbeck, rechnet mit deutlichen Preissteigerungen – auch für die Kunden. © Hubert Jelinek

Verbraucher müssen sich auf höhere Preise bei Back- und Fleischwaren, aber auch bei Restaurantbesuchen einstellen. Erste Betriebe haben schon die Preise angehoben, weitere Anpassungen sind mit Blick auf die steigenden Kosten für Energie und Zutaten zu erwarten.

Northeim – Jürgen Schulz, Obermeister der Bäcker-Innung Northeim-Einbeck, befürchtet, dass es mittelfristig in Bäckereien zu Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent kommen wird. Michael Kniep, Obermeister der Fleischer-Innung, geht aktuell für sein Handwerk noch von rund zehn Prozent Teuerung aus. Aber genau könne das aktuell niemand sagen, da keiner die Entwicklung vorhersagen könnte.

„Das ist mehr so ein Bauchgefühl“, so Kniep. Doch schon jetzt verspüren Bäcker und Fleischer gleichermaßen, dass alles, was sie einkaufen, teurer geworden ist. Allein die Dosen für die Dosenwurst kosten laut Kniep nun 50 Prozent mehr.

Auch Preissteigerungen bei Gewürzen, Kunstdärmen, Kraftstoffe für die Fahrzeuge und Energie schlagen zu Buche. Davon müsse man als Betrieb etwas an die Kunden weitergeben, bedauert er. So habe er zum 1. April eine Preiserhöhung vorgenommen.

Schulze berichtet von Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent bei Mehl. Auch er habe die Preise schon leicht erhöhen müssen.

Die deutlich höheren Kosten bei Energie und Einkauf müssen auch Hotels und Restaurants an ihre Gäste weitergeben. „Wir haben kürzlich eine kleine Erhöhung vornehmen müssen“, so Till Jürgens vom Northeimer Hotel und Restaurant zur Schere. Zum Glück hätten sich die Gäste darüber noch nicht beschwert.

Sorgen macht er sich insbesondere um die Gaspreisentwicklung, denn davon sei sein Betrieb bei Heizung, Warmwasser im Hotel und natürlich auch bei der Kühlung und beim Kochen in der Küche abhängig. Alternativen zum Gas gebe es für die Betriebe eigentlich nicht. Denn aufgrund der Lage in der Innenstadt sei ein Umrüsten auf andere Energieformen wie Fotovoltaik nicht möglich.

Die Preise gehen ständig nach oben. Jede Woche gibt es Preissteigerungen, berichtet auch Hendrik Biel, Geschäftsführer von Biels Backhaus, mit allein acht Filialen im Landkreis Northeim. Auch wenn er aktuell noch nicht die Preise in den Backhäusern erhöht habe, müsse man dies aber sicherlich bald tun. Insbesondere wenn langfristige Liefervereinbarungen wegfielen, sei mit noch höheren Kosten zu rechnen.

Zum Glück gebe es aber noch keine Lieferengpässe, außer bei Ersatzteilen für technische Geräte, so Biel.

Auch Obermeister Jürgen Schulze (Berka) betont, dass die Mühlen die Lieferungen noch zugesagt hätten. Doch wie sich die Situation weiter entwickeln würde, hinge auch von der kommenden Ernte und der weiteren weltpolitischen Lage ab. Doch versucht der Bäckermeister der gesamten Situation auch einen positiven Aspekt abzugewinnen: „Vielleicht wird der Umgang mit Lebensmitteln jetzt bewusster und die Menschen wissen sie wieder mehr zu schätzen.“

Auch die Landwirte im Landkreis Northeim sehen die Entwicklung der Preise mit Sorge. „Die reinen Ackerbaubetriebe, die ausschließlich Feldfrüchte produzieren, kommen mit der aktuellen Situation im Gegensatz zu den Tierhaltern noch ganz gut zurecht, weil die gestiegenen Kosten für Diesel, Dünger und Pflanzenschutzmittel derzeit noch durch die höheren Preise beim Verkauf kompensiert werden können“, sagt Claus Hartmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Northeim-Osterode.

Für die nächste Ernte sieht Hartmann keine Probleme, aber inwieweit die Verfügbarkeit von Betriebsmitteln langfristig gesichert sei, könne man derzeit nicht einschätzen.  (rom/nik)

Inflationsrate liegt bei 7,3 Prozent

Die Inflationsrate im März lag laut Statistischem Bundesamt bei +7,3 Prozent. Einfluss auf die Steigerung hatten Lieferengpässe, aber vor allem die Teuerung der Energieprodukte. Die Energiepreise zogen laut Statistischem Bundesamt binnen Jahresfrist um 39,5 Prozent an, die Preise für Waren um 12,3 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im März gegenüber 2021 um 6,2 Prozent. Erheblich teurer wurden Öle (+ 30 Prozent) und frisches Gemüse (+14,8 Prozent). (rom)

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