1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim
  4. Northeim

Keine strengen Baumreihen mehr

Erstellt:

Von: Olaf Weiss

Kommentare

So soll der Münsterplatz gestaltet werden: Statt den bisherigen, geraden Baumreihen am Südrand (unten) und am Ostrand des Platzes (rechts) sollen lockere Baumgruppen werden.
So soll der Münsterplatz gestaltet werden: Statt den bisherigen, geraden Baumreihen am Südrand (unten) und am Ostrand des Platzes (rechts) sollen lockere Baumgruppen werden. © Grafik: TGP

Der Innenstadtausschuss des Stadtrates und der aus Bürgern bestehende Sanierungsbeirat haben den Umgestaltungspläne für den Münsterplatz zugestimmt. Der Stadtrat entscheidet am Donnerstag. 28. April, abschließend.

Northeim – Hier in Fragen uns Antworten einige Details zur Gestaltung und der Finanzierung:

Was wird aus dem Bürgerbrunnen?

Der Bürgerbrunnen soll am Münsterplatz abgebaut werden. Als neuer Standort wird der Kirchplatz favorisiert. Mit der Witwe des Künstlers Paul Trappe, der den Brunnen geschaffen hat, ist laut Stadtverwaltung darüber grundsätzliche Einigkeit erzielt worden. Am neuen Standort soll der stillgelegte Brunnen dann wieder in Betrieb genommen werden. Sanierungsbeirat und Innenstadtausschuss haben diesem Plan zugestimmt.

Der Bürgerbrunnen am Westrand des Münsterplatzes muss dort weichen und soll am Kirchplatz wíeder errichtet werden.
Der Bürgerbrunnen am Westrand des Münsterplatzes muss dort weichen und soll am Kirchplatz wíeder errichtet werden. © Axel Gödecke

Bleibt die Kastanie in der Platzmitte erhalten?

Der derzeit den Münsterplatz dominierende Baum soll auch nach der Umgestaltung dort stehen.

Die Kastanie in der Mitte des Münsterplatzes soll erhalten bleiben. Einige der Linden, die an denn Außenrändern des Platzes stehen, werden gefällt.
Die Kastanie in der Mitte des Münsterplatzes soll erhalten bleiben. Einige der Linden, die an denn Außenrändern des Platzes stehen, werden gefällt. © Olaf Weiss

Werden andere Bäume gefällt?

Ja. Die Baumreihen aus Winterlinden, die den Platz optisch zur Straße Am Münster und zum Zugang des City-Centers abgrenzen, sollen nach den Umgestaltungsplänen aufgelockert und durch dazu gesetzte andere Bäume zu Baumgruppen umgestaltet werden. Die Bäume, die hinzukommen sollen, so die Planer des Lübecker Büros TGP, mit dem Klimawandel klar kommen und kein zu dichtes Blattwerk bilden. Sie schlagen Perlschnurbaum, Honigbaum und Schnurbaum vor.

Warum muss ein Mini-Aufzug am Heimatmuseum platziert werden?

Das Heimatmuseum bekommt zunächst von der Straße Am Münster aus, an der Apotheke St. Spiritus vorbei einen barrierefreien Zugang. Direkt am Gebäude soll ein Plattformlift entstehen, mit dem zum einen der Niveauunterschied zwischen dem Museumseingang und dem Platz barrierefrei überwunden werden kann. Er soll aber zum anderen auch eine barrierefreie Verbindung vom Eingang des Museums zu den höher gelegen Sonderausstellungsräumen sein, die im Museum nur über eine Treppe zu erreichen sind.

Wie teuer wird die Umgestaltung und wie soll sie finanziert werden?

Einschließlich des Straßenabschnitts Am Münster zwischen Münsterplatz und Kurzer Straße betragen die Kosten 4,8 Millionen Euro (inklusive Mehrwertsteuer). Hinzukommen noch sogenannte Baunebenkosten, die noch nicht vollständig beziffert worden sind. Dazu zählen die Kosten im nach den Worten von Baurat Frederik Backhaus „niedrigen sechsstelligen Bereich“ für Beweissicherungsgutachten. Vor Beginn der Bauarbeiten wird der Zustand der Gebäude dokumentiert, um hinterher nachvollziehen zu können, ob Schäden auf die Bauarbeiten zurückzuführen sind.

Die Umgestaltung wird mit Geld aus dem Stadtsanierungsprogramm gefördert – mindestens mit 66 Prozent. Im Rathaus hofft man auf 75 bis 80 Prozent, sodass die Stadt nur bis zu einem Viertel der Kosten selbst tragen müsste. Allerdings ist die Fördersumme gedeckelt. Das heißt, jeder Euro Fördergeld, der in Investitionen der Stadt fließt, steht nicht mehr für die Förderung von privaten Investitionen im Sanierungsgebiet zur Verfügung.

Nach Angaben der Verwaltung ist vom Land bisher ein Gesamtfinanzierungsbedarf von 12,7 Millionen Euro (Fördermittel und städtische Eigenmittel) akzeptiert worden. Für eine Investitionssumme von sechs Millionen Euro liegen bereits Förderbescheide vor.

Ist die Gestaltung des Münsterplatzes eine Vorentscheidung für die weitere Sanierung der Fußgängerzone?

Ob und wie die Breite Straße und der Markt sowie die Alte Poststraße umgestaltet werden, muss der Rat noch entscheiden.

Doch ist nur schwer vorstellbar, dass dort dann eine andere Gestaltung gewählt wird als am Münster. Nach bisherigem Stand müsste die Stadt die Umgestaltung in diesem Bereich allerdings allein bezahlen. (Olaf Weiss)

https://www.hna.de/lokales/northeim/northeim-ort47320/fontaenen-und-nebel-vor-st-blasien-91491159.html

Auch interessant

Kommentare