Kritik reiß nicht ab

Kindertagespflegen wollen mehr Hilfen

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Viel Spaß: Die Kinder werden in der Großtagespflege „Rasselbande“ in Langenholtensen von den Tagesmüttern Sonja Hoffmann (hinten) und Janina Schrader ganztägig betreut.

Northeim. Die Kritik aus den Reihen der Kinder-Tagespflegekräfte in Sachen unzureichende öffentliche Förderung ihrer Betreuungsarbeit reißt nicht ab.

Bereits 2013 hatten selbstständige Tagesmütter das kritisiert. Geändert hat sich jedoch nichts, sagt Sonja Hoffmann, Leiterin der Großtagespflege „Rasselbande“ in Langenholtensen. Krippen würden bevorzugt behandelt.

Die anhaltende Neubau von Krippen im Kreisgebiet gefährde die Existenz vieler selbstständig arbeitender Tagesmütter, fährt Hoffmann fort. Dabei seien die Städte und Gemeinden froh, Tagespflegeplätze mit auflisten zu können, wenn es darum gehe, die Pflicht zur Vorhaltung von ausreichend Krippenplätzen zu erfüllen.

Auch der Landkreis gebe die Tagespflegeplätze in seinem Kindertagesstättenbedarfsplan gerne an. Finanziell gefördert würden die Tagespflegen jedoch nicht, wenn es um Abdeckung von Betriebsdefiziten oder neue Räume gehe.

Hoffmann: „Nicht einmal einen Mietzuschuss gibt es, obwohl wir monatlich 1000 Euro Miete zahlen müssen.“ In Düsseldorf sei dies anders. Dort zahlt die Stadt Tageseltern mit eigenen Räumen bis zu 85 Euro Mietzuschuss pro Monat und Kind. Hamburg zahlt Sachkostenpauschalen.

Die Neueinrichtung von Krippen hingegen werde vom Land kräftig bezuschusst. Zudem gebe es Defizitausgleichsregelungen, fährt Hoffmann fort, die zusammen mit Janina Schrader neun Kinder von einem bis drei Jahren in der „Rasselbande“ betreut. Tagespflegekräfte hingegen müssten mit 4,50 Euro pro Stunde und Kind, die das Kreisjugendamt ihnen zahlt, auskommen.

Kreissprecher Dirk Niemeyer hält dem entgegen, dass der Kreis außer den 4,50 Euro auch zur Hälfte die Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung zahlt und Beiträge zur Unfallversicherung voll übernimmt. Auch Aus- und Weiterbildung werde voll bezahlt, und es gebe eine Vertretungspauschale sowie eine vierwöchige Ausfallzeitenfinanzierung.

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