Kirchenasyl: St.-Mauritius-Gemeinde Hardegsen bittet um Spenden

St. Mauritius: Die evangelische Kirchengemeinde Hardegsen gewährt seit Dezember 2014 Flüchtlingen aus Syrien Asyl. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die evangelische St.-Mauritius-Kirchengemeinde Hardegsen bittet für die Unterstützung einer syrischen Flüchtlingsfamilie um Spenden.

Wie Pastor Bernd Ranke jetzt mitteilte, gewährte die Gemeinde einem 45-jährigen Familienvater und seinem Neffen bereits seit Dezember 2014 Kirchenasyl in gemeindeeigenen Räumen.

Beide waren vor dem Bürgerkrieg zunächst nach Bulgarien geflüchtet. Von dort aus schlugen sie sich nach Deutschland durch, wo sie allerdings derzeit keine Chance haben, als Asylbewerber anerkannt zu werden. Der Grund dafür ist, dass beiden bereits in Bulgarien Asyl gewährt worden war.

„Aber sie mussten dort unter katastrophalen Verhältnissen leben, sodass sie dort nicht bleiben konnten“, erklärt Ranke. „Und als die Anwältin, die die beiden vertritt, bei der Kirchengemeinde angefragt hat, ob ein Kirchenasyl möglich sei, hat der Kirchenvorstand zugestimmt.“ Derzeit werde versucht, über einen Antrag bei der Härtefallkommission ein Bleiberecht zu erreichen.

Im April 2015 seien auch die Frau und die beiden Kinder des 45-Jährigen nach Hardegsen gekommen, sagt Ranke. „Das war allerdings nur möglich, weil ein Bruder der Frau, der schon länger im Landkreis Verden lebt, im Rahmen des niedersächsischen Aufnahmeprogramms eine entsprechende Einladung aussprechen konnte. „Die zweite Bedingung für die Familienzusammenführung war die Übernahme sämtlicher Kosten“, so Ranke. „Die entsprechende Verpflichtungserklärung hat die St.-Mauritius-Gemeinde unterschrieben.“

Da die Unterbringung der Familie aber nicht mehr im Gemeindehaus möglich war, wurde eine Wohnung angemietet. Insgesamt muss die Gemeinde für die Betreuung jetzt pro Monat 1200 Euro aufbringen. „Wir hoffen nun, einen Teil davon über Spenden finanzieren zu können“, so Ranke. Er geht davon aus, dass mit Hilfe der Spenden lediglich ein halbes Jahr überbrückt werden müsste.

„Da die Frau einen offiziellen Aufenthaltsstatus bis April 2017 hat, darf sie in Deutschland arbeiten, und möchte das demnächst auch als Reinigungskraft tun“, sagt Ranke. Allerdings habe sie derzeit noch große Sprachprobleme.

Wer die Hardegser St.-Mauritius-Kirchengemeinde bei der Betreuung der Flüchtlingsfamilie unterstützen möchte, kann Spenden auf das Konto des Kirchenkreisamts bei der Volksbank Solling überweisen (IBAN: DE 86 2626 1693 0040 920 000, Stichwort: „Syrische Flüchtlinge Hardegsen“).

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