Pastorenehepaar nimmt Arbeit auf

Kirchenchef-Duo bezieht das Superintendenten-Haus

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Superintendenten als Möbelpacker: Jan und Stephanie von Lingen beziehen ihr neues Heim, die Superintendentur am Entenmarkt in Northeim. Das Fachwerkhaus wird zur Zeit noch von außen saniert.

Northeim. Erstmals teilt sich in der hannoverschen Landeskirche ein Pastorenehepaar die Leitung eines Kirchenkreises.

Stephanie und Jan von Lingen werden ab heute gemeinsam den Kirchenkreis Leine-Solling leiten. Drei Tage Umzugsurlaub haben sie sich gegönnt, die miteinander verheirateten Pastoren Jan und Stephanie von Lingen. Eigentlich war der 1. Juni ihr erster Arbeitstag als neue Leiter des evangelischen Kirchenkreises Leine-Solling. Doch natürlich war mit der neuen Stelle auch der Umzug von Hannover-Kirchrode ins Superintendentur-Haus am Northeimer Entenmarkt verbunden.

Beide packen denn auch kräftig mit an, als die zwei Umzugs-Lastwagen um 7 Uhr vor dem zur Zeit noch in Sanierung befindlichen Fachwerkhaus Halt machen. Zu tragen gibt es an leichteren Möbelstücken einiges. Die richtig schweren Sachen überlassen sie allerdings den Profis von der Möbelspedition, die für den Einzug in die Wohnung im ersten und zweiten Stock einen Schräg-Lastenaufzug mitgebracht haben.

„Mit jedem Tag, den wir jetzt hier sind, werden wir auch etwas mehr Durchblick bekommen“, sagt Jan von Lingen mit einem Lächeln auf den Lippen und meint damit nicht nur den optischen Blick durch die neuen Fenster, der derzeit noch durch Baufolien-Netze getrübt wird. Die sollen nach Fertigstellung der Hausfassade in den nächsten Wochen nach und nach verschwinden.

Gemeint ist damit auch der Einblick in die Arbeit, die beide im Kirchenkreis und in der Northeimer Sixti-Gemeinde erwartet. Schließlich sind die von Lingens das erste Ehepaar, das in der hannoverschen Landeskirche gemeinsam einen Kirchenkreises leitet.

Recherche in Bayern

Gemeinsam geteilt haben sich Jan und Stephanie von Lingen eine Pastorenstelle zwar schon einmal, und zwar von 1995 bis 2001 im ostfriesischen Werdum und Neuharlingersiel. Doch als Duo ein Superintendenten-Stelle zu übernehmen, das ist schon etwas anderes. „Wie man so etwas machen kann, haben wir uns bei einer Tour nach Ingolstadt und Nürnberg in Bayern, wo es solche Stellenteilungen schon länger gibt, persönlich angeschaut“, erzählt Stephanie von Lingen.

Dabei werden beide allerdings auch von ihren reichen Erfahrungen aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern zehren, denn während sie bis zu ihrer Wahl zur Superintendentin 14 Jahre lang Gemeindpastorin in Hannover-Kirchrode war, hat ihr gleichaltriger Mann Jan als Radio-Pastor beim NDR reichlich Erfahrungen im Journalismus und in der seelsorgerischen Öffentlichkeitsarbeit gemacht.

Von dieser will der neue Kirchenkreis-Chef insbesondere zehren, wenn er künftig haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter unter anderem in Sachen Öffentlichkeitsarbeit fortbilden wird. Dafür hat er vom Kirchenkreis eine halbe Stelle eingeräumt bekommen.

Der Umzug ist jetzt zwar vollbracht, doch so richtig heimisch als Familie in Northeim werden die von Lingens wohl erst werden, wenn auch die 15-jährige Tochter Mathilda im September nachziehen wird. „Die wohnt noch bis zum Schuljahresende bei einer Freundin in Hannover“, sagt Stephanie von Lingen. Nach den Ferien folgt mit dem Umzug auch der Wechsel ins Northeimer Corvinianum, während Sohn Moritz bereits jetzt in Göttingen wohnt und studiert. Was wohl? Natürlich evangelische Theologie. „Gezwungen haben wir ihn dazu nicht ,“ lacht die neue Kirchenkreischefin.

Der Einführungsgottesdienst des neuen Superintendenten-Ehepaares wird am 21. Juni ab 16 Uhr in der Northeimer Sixti-Kirche stattfinden.

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