Stadtrat: Kitas gehen nicht an freie Träger

Demonstration: Eltern und Kinder aus Lagershausen gingen vor Beginn der Sitzung für ihren Kindergarten auf die Bühne. Sie befürchten die Schließung, wenn das Kindertagesstättenkonzept umgesetzt wird und fordern daher die Abgabe ihrer Einrichtung an einen freien Träger. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die pauschale Abgabe aller städtischer Kindergärten an freie Träger ist vom Tisch.

In seiner Sitzung am Donnerstagabend beschloss der Rat der Stadt Northeim stattdessen, das bereits seit Juni 2013 vorliegende und bislang nicht berücksichtigte Entwicklungskonzept für das Kindertagesstättennetz der Stadt Northeim in den politischen Gremien zu beraten.

Damit folgte der Rat einem Antrag der CDU-Fraktion, der neben der Aktualisierung der vorliegenden Daten auch die Einbeziehung dreier weiterer Anträge zum Thema Kindergärten vorsieht. Sowohl die Ortsräte aus Lagershausen und Denkershausen als auch die Freie unabhängige Liste (FuL) fordern darin die Übertragung der Kindertagesstätten in Lagershausen und Hohnstedt an freie Träger, um den Bestand der Einrichtungen zu sichern.

Hintergrund: Im vorliegenden Kindertagestättenkonzept ist die Schließung dieser beiden Einrichtungen sowie die Umwandlung des Kindergartens Hammenstedt in eine Krippe vorgesehen.

Diese Schließungen seien zwar Bestandteil des derzeitigen Konzeptes, räumte SPD-Fraktions-Chef Berthold Ernst ein. Ob es am Ende aber tatsächlich zu Schließungen kommen werde, müsse bei den jetzt anstehenden Beratungen aber erst erörtert werden. Er warf der Stadtverwaltung vor, dass sie bei der Diskussion um die Kindergärten mehr den Stellenplan der Stadt im Blick gehabt habe und in der Abgaben der Kindergärten wohl eine gute Gelegenheit gesehen habe, „Personal zu verklappen“.

Kritik in Richtung Verwaltung kam auch von der Vorsitzenden des Northeimer Schulaussschusses, Reta Fromme (CDU). Sie fasste den Werdegang der Diskussion um die Zukunft der Kindergärten noch einmal zusammen und bemängelte, dass bei den Bürgergesprächen lediglich die pauschale Abgabe aller Kindergärten diskutiert worden sei und das ursprüngliche Konzept überhaupt keine Rolle mehr gespielt habe. Sie forderte die Verwaltung auf, die Beratungen jetzt so schnell wie möglich einzuleiten.

Rolf Traupe (FuL) und Burkhardt Ernst (FDP) wiesen die Kritik an der Stadtverwaltung zurück und betonten, dass die vom Bürgermeister vorgeschlagene Abgabe der Kindergärten an freie Träger die einzige Möglichkeit gewesen wäre, den Bestand der kleinen Kindergartenstandorte auf Dauer zu sichern.

Von Niko Mönkemeyer

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