"Kontrollen sind trotzdem notwendig"

Knöllchen rechnen sich für die Stadt Northeim nicht

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Auf Kontrollgang: Ralf Gehrke überwacht seit 2014 in Northeim den ruhenden Verkehr.

Northeim. Die Verteilung von Knöllchen sorgt bei der Northeimer Stadtverwaltung nach wie vor unter dem Strich für Verluste.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt 85 000 Euro an Verwarngeldern kassiert. Auch wenn die tatsächliche Summe, mit der Parksünder zur Kasse gebeten wurden, noch etwas höher liegt – Fälle, in denen die Beschuldigten Widerspruch einlegen, werden zur weiteren Bearbeitung an den Landkreis übergeben und eventuelle Zahlungen fließen nicht in die Stadtkasse – liegen die Einnahmen weit unter den Personalkosten.

2016 betrugen diese für drei Mitarbeiter 103 000 Euro, teilte die Stadt Northeim auf HNA-Anfrage mit, sodass beid er Gegenrechnung der Kosten ein Deckungsgrad von 82 Prozent erreicht wird.

Die Stadtverwaltung fährt bereits seit längerer Zeit mit der Überwachung des sogenannten „ruhenden Verkehrs“ Verluste ein. Drei Jahren zuvor betrug der Deckungsgrad bei Einnahmen von 59 000 Euro und Personalkosten von 68 000 Euro 87 Prozent. 2012 lag er bei 80 Prozent (Einnahmen: 79 000 Euro, Personalkosten: 100 000 Euro), 2011 bei 86 Prozent (Einnahmen: 111 000 Euro, Personalkosten: 127 000 Euro) und 2010 bei 81 Prozent (Einnahmen: 101 000 Euro, Personalkosten: 124 000 Euro).

Trotz dieser Zahlen ist das Einstellen der Kontrollen für Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser keine Option. „Sinn der Überwachung des ruhenden Verkehrs ist es nicht, Einnahmen für die Stadt Northeim zu erzielen“, sagte der Verwaltungs-Chef „Und wir möchten schon gar nicht die Autofahrer durch das Ausstellen von Tickets gängeln.“ Vielmehr gehe es darum, den zur Verfügung stehenden Parkraum sinnvoll zu bewirtschaften. Und das sei nur durch entsprechende Kontrollen möglich, so Tannhäuser.

Die Einnahmen der Stadt durch Parkgebühren betrugen im vergangenen Jahr knapp 308 000 Euro.

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