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Sparpläne für die Liegenschaften werden erarbeitet

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Die Bundesregierung verdoppelt den Heizkostenzuschuss.  (Symbolbild)
Kosten senken: Städte und Gemeinden wollen Energie einsparen. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa

Im Kampf gegen die Energiekrise hat die Bundesregierung zum Energiesparen, vor allem von Gas, das auch zur Stromerzeugung genutzt wird, aufgerufen. Wie setzen Landkreisverwaltung, Städte und Gemeinden, die im Besitz zahlreicher Liegenschaften sind, diese Aufforderung um?

Landkreis Northeim – Der Landkreis Northeim sei sich den Herausforderungen im Zusammenhang mit der zukünftigen Energiebereitstellung in Deutschland bewusst. Eine Dienstanweisung „Energie“ stehe kurz vor der Einführung, heißt es seitens der Kreisverwaltung. Damit sollen Verhaltensregeln für die Beschäftigten und Vorgaben zum Energiemanagement festgelegt werden. Welche genau das sind, gibt die Kreisverwaltung in der Pressemitteilung nicht an. Es solle aber ein Energieteam gebildet werden, das die Einhaltung und Umsetzung der Regelungen überprüft und als Ansprechpartner fungiert. Weiterhin seien Schulungen, für Mitarbeiter geplant, die die Heizungsanlagen betreuen. Kurzfristige Maßnahmen zur direkten Einsparung des Gasverbrauchs in den Liegenschaften seien aktuell in der Abstimmung, teilt die Kreisverwaltung auf HNA-Nachfrage mit.

Auch die Stadt Northeim plant, die Energieverbräuche weiter zu senken. Aktuell baue man ein Energiemanagement auf, um den Energieverbrauch der städtischen Liegenschaften mit langfristiger Wirkung zu reduzieren, gibt die Stadtverwaltung an. Mit dem Energiemanagement würde der Verbrauch von Strom, Wasser und Wärme der Liegenschaften systematisch erfasst und ausgewertet. Für Liegenschaften, deren Verbrauch unverhältnismäßig hoch sei, würden dann bevorzugt Maßnahmen wie Dämmung und Heizungstausch entwickelt. Doch nicht nur bauliche Aspekte sollen eine Rolle spielen, die Stadt möchte auch Energiespartipps an die Gebäudenutzer weitergeben.

Um dieses Konzept umzusetzen, werde eine Förderung bei der Nationalen Klimaschutzinitiative beantragt und 2023 eine neue Personalstelle geschaffen. Bereits zum aktuellen Zeitpunkt ein systematisches Energiemanagement zu betreiben, wäre dabei förderschädlich, so die Stadtverwaltung.

Auch die anderen Städte und Gemeinden ergreifen – oft nicht erst seit der sich anbahnenden Energiekrise – Energiesparmaßnahmen wie Umrüsten auf LED-Beleuchtung und energetisches Sanieren ihrer Liegenschaften.

Das Thema Energiesparen sei gerade im aktuellen Geschehen hochbrisant und führe zu vielerlei Überlegungen, heißt es aus dem Moringer Rathaus. Für die öffentlichen Gebäude wie Rathaus, Feuerwehren, Stadthalle und Dorfgemeinschaftshäuser wurde bereits in diesem Frühjahr angeordnet, die Heizleistung zu reduzieren, um Heizenergie zu sparen. Diese Anordnung werde auch im Herbst und Winter aufrechterhalten. Für das Freibad sei eine Absorberanlage geplant, die die Heizkosten um mindestens 50 Prozent senken werde. Zudem werde die Grundschule energetisch saniert, um auch hier Energie zu sparen.

In Uslar gibt es schon seit Jahren eine grundsätzliche Anweisung zum Energiesparen, so Bürgermeister Torsten Bauer. Bereits seit 2016 habe man ein Klimaschutzkonzept. Außerdem sei eine Klimaschutzmanagerin beschäftig. Ressourcen zu sparen, sei eine grundsätzliche Frage, auch mit Blick auf die Kosten für die Stadt. Eine Klimaanlage gebe es im Rathaus nicht, nur für die Server.

Auch in Nörten-Hardenberg werden laut Bürgermeisterin Susanne Glombitza alle Nutzer der städtischen Einrichtungen angehalten, Energie zu sparen. Nach den Sommerferien werde zudem ein dreijähriges Projekt mit der EAM Plus zur Energiewendebegleitung gestartet, mit dem Ziel weitere Energie zu sparen.

In der Gemeinde Kalefeld ist man ebenfalls schon regelmäßig mit den Nutzern der Liegenschaften im Austausch, um die Energiekosten niedrig zu halten, so Bürgermeister Jens Meyer. Nach der Urlaubszeit wolle man „auf die bis dahin eingetretenden Entwicklungen reagieren.“ Welche Maßnahmen daraus abgeleitet werden könnten, stehe derzeit noch nicht fest.

Hardegsen habe sich laut Bürgermeister Lars Gunnar Gärner bereits in vielen Bereichen umweltfreundlich aufgestellt, was beim Stromsparen helfe. So werde das Burgbad mit Solarthermie beheizt, aktuell werde die Grundschule saniert und gedämmt sowie mit einer neuen Heizung ausgestattet. Die Klimaanlage im Rathaus laufe derzeit nicht. Über das Heizen im Winter wurde laut Gärner noch nicht gesprochen.

In der Gemeinde Katlenburg-Lindau hat sich der Energie- und Umweltbeauftragte Dirk Risch Gedanken zum Energiesparen gemacht. Er könne sich beispielsweise die Ernennung eines Energiebeauftragten vorstellen, der vor Ort für die Überprüfung von Heizung, Licht und Wasser zuständig sei. Das Zurückfahren der Straßenbeleuchtung, die Fortführung der energetischen Maßnahmen sowie die Überprüfung des weiteren Einsatzes von Solarthermie oder anderer nachhaltiger Heiztechniken in Einrichtungen mit den höchsten Verbräuchen (Schule, Sporthallen, Verwaltung) seien ebenfalls vorstellbar. (Rosemarie Gerhardy)

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