Betriebe stehen unter Druck

Kraftstoffpreise machen Firmen im Landkreis Northeim zu schaffen

Symbolbild - Energiepreise
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Tanken ist derzeit ziemlich teuer.

Die anhaltend hohen Preise für Diesel und Benzin sind auch im Landkreis Northeim für die Wirtschaft zunehmend ein Problem.

Northeim – Insbesondere für Unternehmen, die mit dem Personen- oder Gütertransport ihr Geld verdienen, sind aktuellen Kraftstoffpreisen ein Problem.

„Es muss dringend was passieren“, sagt der Northeimer Taxi-Unternehmer Andreas Schmidtke. Er sieht für seine Branche nur die Möglichkeit, beim Landkreis eine Erhöhung der Taxigebühren zu beantragen, zumal mit Beginn des neuen Jahres auch der Mindestlohn angehoben werde. Um die Mehrkosten aufzufangen sei eine Anhebung der Tarife um 30 Prozent nötig, schätzt Schmidtke.

Grundlage der Beförderungsentgelte für den Taxenverkehr sind in einer entsprechenden Verordnung des Kreistages aus dem Jahr 2018 geregelt. Derzeit bekommen Taxiunternehmen zur Grundpauschale von 3,90 Euro für die ersten drei Kilometer je 2,50 Euro und für jeden weiteren 2 Euro. Ob und in welchem Umfang eine Erhöhung notwendig sein wird, hängt laut Landkreis Northeim von der Mindestlohnregelung und von der weiteren Entwicklung der Kraftstoffpreise ab.

Für das Northeimer Busunternehmen Weihrauch-Uhlendorff bedeuten die gestiegen Preise im Vergleich zum Vorjahr laut Geschäftsführer Horst Weihrauch allein im Bereich des Kraftstoffeinkaufs Mehrkosten von etwa einer Viertel Million Euro.

„Zum Teil können wird das auffangen, weil wir mit vielen öffentlichen Auftraggebern Verträge mit Preisgleitklausel haben“, sagt Weihrauch. „Aber das bedeutet, dass wir den Ausgleich erst im kommenden Jahr bekommen und erst mal die Durststrecke überbrücken müssen.“ Bei anderen Vertragspartnern, wie zum Beispiel dem Landkreis Northeim, gebe es die Möglichkeit, darüber zu verhandeln, ob außerordentliche Kostenbelastungen ausgeglichen werden.

Eine entsprechende Entscheidung für den Northeimer Stadtbusverkehr sei hingegen von der politischen Entscheidung des Northeimer Rates abhängig, erklärt Weihrauch.

Auch bei der Northeimer Spedition Hans Kühne KG muss man angesichts der gestiegenen Kraftstoffpreise umdenken. Geschäftsführerin Kerstin Meyer schätzt die Lage für ihr Unternehmen nicht als dramatisch ein, dennoch sei man bemüht, die Touren jetzt noch mehr zu bündeln als bisher, weil man die höheren Kosten nicht an die Kunden weiter geben könne. „Und wir sensibilisieren unsere Fahrer dafür, die täglichen Preisschwankungen beim Tanken besser auszunutzen“, so Meyer.

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