"Niemand wird das Problem aussitzen"

Wohnraum für Flüchtlinge fehlt: Kreis 160 Personen im Rückstand

Northeim. Die Kreisverwaltung Northeim hat sich mit einem Appell an die Städte und Gemeinden des Landkreises gewandt, ihn bei der Wohnungssuche für Flüchtlinge zu unterstützen.

Der Landkreis ist bei der Erfüllung seiner Aufnahmequote mit 160 Personen im Rückstand. „Niemand wird das Problem aussitzen können“, sagte der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer im Kreissozialausschuss. „Ich hoffe nicht, dass es soweit kommt, dass wir in unsere Überlegungen Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäuser mit einbeziehen müssen“, betonte er.

Aktualisiert um 14.10 Uhr

Nicht zu halten sein werde aber die bisherige Maxime, die geflüchteten Menschen möglichst nur dezentral und in Orten mit einer vorhandenen Grundversorgung, also Geschäften für den täglichen Bedarf, unterzubringen. Hauptproblem ist nach den Worten der Fachbereichsleiterin Soziales des Landkreises, Sabine Nienhüser, dass es nicht mehr möglich sei, genügend Wohnraum für Einzelpersonen bereitzustellen. Im Schnitt muss der Landkreis jede Woche 16 Personen unterbringen. Hinzu komme, so Nienhüser, dass wohl noch im Laufe des Julis die Aufnahmequote erneut erhöht wird. Die Unterbringung der aus unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen kommenden Flüchtlingen in Wohngemeinschaften ist zur Vermeidung von Konflikten nur selten und dann auch nur mit Verständnis des Vermieters möglich, erklärte Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Gesucht würden deshalb vor allem Einzimmerwohnungen.

möglich, erklärte Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Gesucht würden deshalb vor allem Einzimmerwohnungen. Gleichzeitig widersprach er dem Gerücht, in den leerstehenden Hochhäusern in der Northeimer Südstadt sollen bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden. „Es gebe keine Planungen, so viele Flüchtlinge konzentriert an einem Ort unterzubringen.“

Wenn dem Landkreis entsprechender Wohnraum angeboten würde, so Niemeyer, würde die Möglichkeit der Belegung natürlich geprüft. Dabei würde aber beachtet, dass kein Ghetto entsteht.

 

Wer darüber nachdenkt, selbst Wohnraum für geflüchtete Menschen zur Verfügung zu stellen, kann sich beim Landkreis Northeim an den Leiter des Fachdienstes Allgemeine Sozialhilfe, Asylbewerberleistungsgesetz und Unterhaltssicherung, Karsten Haase, Telefon 05551/708 754 oder per Email khaase@landkreis-northeim.de wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.