Neue Hallen für die Müllfahrzeuge

Kreisabfallwirtschaft Northeim will neuen Betriebshof bauen

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Ist zu klein geworden: Der Garagenhof der Kreisabfallwirtschaft in Northeim.

Northeim – Die Kreisabfallwirtschaft Northeim braucht einen neuen Standort für ihren Kreisgaragenhof. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung durch das Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (Infa) aus Ahlen.

Sie hat die Situation am bisherigen Standort an der Matthias-Grünewald-Straße untersucht. Das Ergebnis stellte Diplom-Ingenieur Markus Gieske am Montag in der Sitzung des Abfallwirtschaftsausschusses des Kreistags vor. Demnach reicht der Platz in der Northeimer Südstadt nicht mehr aus. Unter anderem fehlen Sanitärraume für Frauen und ein großer Besprechungsraum. Auch gibt es für die Mitarbeiter-Umkleiden keine Trennung von Privat- und Arbeitsbekleidung (Schwarz-Weiß-Bereich). Auch die Fahrzeughallen sind zu klein und die Bausubstanz der aus dem Jahr 1967 stammenden Gebäude ist stark sanierungsbedürftig.

Gieske schlug vor, auf der grünen Wiese neu zu bauen. Ideal ist nach seinen Worten ein Standort in der Nähe der Deponie Blankenhagen. Damit würden die mehr als 15 Kilometer langen Leerfahrten der Müllfahrzeuge von Blankenhagen nach Northeim zum Feierabend entfallen, die Arbeitszeit und Kraftstoff kosteten. Gieske hat für den Betriebshof der Kreisabfallwirtschaft eine notwendige Größe von knapp 11 000 Quadratmeter ermittelt, um darauf ein neues Verwaltungsgebäude und eine neue Fahrzeughalle zu errichten sowie Lagerflächen zu schaffen. Das Gelände an der Matthias-Grünewald-Straße ist nur rund 6500 Quadratmeter groß.

Gieske schätzt, dass ein kompletter Neubau knapp 9 Millionen Euro kosten würde. Gleichzeitig hält er jährliche Einsparungen von 200 000 Euro für möglich, wenn der neue Betriebshof nahe der Deponie errichtet wird. Der Ausschuss nahm die Ausführungen von Gieske zur Kenntnis. Er sprach sich außerdem dafür aus, dass im Wirtschaftsplan der Kreisabfallwirtschaft 500 000 Euro für weitere Planungen bereitgestellt werden.

Mehr Platz für die Feuerwehren

Die Konsequenzen der Aufgabe des alten Standortes in der Northeimer Südstadt und die Haltung der Politik erläutern wir in Fragen und Antworten. 

Was sagt die Stadt Northeim zur drohenden Verlagerung der Kreisabfallwirtschaft? 

Bürgermeister Simon Hartmann hat in der Sitzung des Kreisabfallwirtschaftsausschusses dem Landkreis das Angebot gemacht, das Gebiet zwischen Matthias-Grünewald-Straße und Von-Menzel-Straße gemeinsam zu überplanen. Schließlich sei es ein gewachsenes Quartier mit Kreis- und Stadtfeuerwehr sowie Rettungsleiststelle und Zulassungsstelle. 

Beginnt damit die Diskussion um einen Neubau für die Northeimer Feuerwehr neu? 

Möglicherweise. Die Verlagerung der Kreisabfallwirtschaft würde sowohl der Kreisfeuerwehr als auch der Feuerwehr Northeim die Möglichkeit geben, sich räumlich zu vergrößern. Darauf wies auch Ausschussmitglied Joachim Suffrian (SPD) hin. In welcher Form das erfolgen könnte, ist offen. 

Was sagen die Mitarbeiter er Kreisabfallwirtschaft zu den Verlagerungsplänen? 

Die Notwendigkeit eines Neubaus bezweifeln sie nicht. Allerdings machten Mitarbeitervertreter in der Ausschusssitzung am Montag deutlich, dass sie eine Verlagerung des Betriebshofs von Northeim in die Nähe der Deponie Blankenhagen, wie sie Gutachter Markus Giese vorgeschlagen hat, kritisch sehen. Sie stellen auch die damit verbundenen Einsparungen infrage. Sie fragten Bürgermeister Hartmann, ob die Stadt nicht ein geeignetes Grundstück für den Neubau des Betriebshofs in petto habe. 

Hartmann ließ das mit einer Einschränkung offen: Eine Fläche im neuen Gewerbegebiet-West zwischen der alten Nord-Süd-Bahnstrecke und der Northeimer Westumgehung kommen für die Kreisabfallwirtschaft aus Gründen der Förderrichtlinien für das Gebiet nicht infrage.

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