Kreisbrandmeister Kühle: Gefahrstoffe gehören auf die Schiene

Northeim. Konsequenzen aus dem schweren Unfall eines mit Rattengift beladenen Sattelzugs auf der A7 bei Göttingen hat Northeims Kreisbrandmeister Bernd Kühle gefordert.

„Warum darf ein solcher Planen-Zug, der nicht einmal über einen festen, geschlossenen Aufbau verfügt, mit nur einem Fahrer, mit 20 Tonnen hochgiftiger Ladung auf unseren Straßen fahren?“, fragt der Kreisbrandmeister. „Solche Güter gehören auf die Bahn.“ Nicht auszudenken, so Kühle, wenn dieser Lastwagen in einer Ortschaft verunglückt und in Brand geraten wäre. Wegen der Mautgebühren wichen schließlich viele Lastwagenfahrer auf Bundes- und Landstraßen aus.

Er ärgert sich außerdem massiv, dass sich die Versicherungen bei der Begleichung der Kosten für die Feuerwehreinsätze bei solchen Unglücken häufig quer stellen, so dass die Städte und Gemeinden auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben. Die Versicherer werfen den freiwilligen Wehren häufig vor, bei Einsätzen nicht wirtschaftlich zu arbeiten.

Bernd Kühle

Eine Versicherung habe nach einem Unfall in einem Nörten-Hardenberger Betrieb vor einigen Jahren die Begleichung der Rechnung mit der Bemerkung abgelehnt, sie würde keine Freizeitaktivitäten finanzieren. „Unsere Kosten müssen gedeckt werden. Auch wenn nur 5000 Euro offen bleiben, ist das nicht gerecht“, sagt Kühle.

Häufig müssten Prozesse geführt werden. Nach Unfällen mit Gefahrstoffen, bei denen die Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim im Einsatz war, sei das regelmäßig zu erleben. Die Feuerwehrverbände fordern nach Kühles Worten seit Jahren, dass die Politik die Versicherungswirtschaft in die Pflicht nimmt. Doch offensichtlich habe diese eine starke Lobby. (ows)

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