Kreistag will Pläne für Neubau der maroden Leinebrücke entwickeln

Erfolgreiche Bürgerinitiative: Sprecherin Editha Brackmann forderte im Kreistag, dass die Dorfbewohner über den weiteren Fortgang des Baus der Behelfsbrücke und den Brückenneubau zwischen Olxheim und Garlebsen regelmäßig informiert werden. Foto: Niesen

Northeim/Olxheim. Der geballte Protest der Einwohner von Olxheim, Garlebsen und Ippensen hat Wirkung gezeigt: Einstimmig verabschiedete der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung, dass die seit Mitte September gesperrte Leine-Brücke zwischen Olxheim und Garlebsen abgerissen und zunächst durch eine 30 Tonnen tragende Behelfsbrücke ersetzt wird.

Unterdessen sollen Pläne für einen Neubau erarbeitet werden. Gleichzeitig verband der Kreistag sein Votum mit der Auflage, ein Brückenkataster zu erarbeiten, um einen Überblick über die zu sanierenden Bauwerke im Landkreis zu erhalten.  

Die Sprecherin der Bürgerinitiative zum Erhalt der Brücke, Editha Brackmann, die mit rund 20 Einwohnern der Leinedörfer die Debatte verfolgte, äußerte in einer Sitzungsunterbrechung harte Kritik am Kreis. „So wie Sie mit uns umgegangen sind, geht es nicht. Wir brauchen die Brücke für die Menschen.“ Sie forderte, dass die Bürger in Zukunft alle vier bis sechs Wochen über den Fortgang der Planungen unterrichtet werden. Landrat Michael Wickmann (SPD) sagte zu, Ortsrat und Bürger regelmäßig über die Stadt Einbeck zu informieren.  

Vorausgegangen war eine Debatte, in der der Landrat und die Verwaltung kräftig „Prügel“ für die Verschleppung der Brückensanierung bezogen. Dirk Ebrecht (CDU) nannte die Geschehnisse um die seit zehn Jahre marode Brücke eine Reihe von „Pleiten, Pech und Pannen“. Außerdem monierte er fehlende Transparenz und Bürgernähe.  Für den Landkreis Northeim sei ein „nachhaltiger Vermögensschaden entstanden“, der sich nach Berechnungen der Bürgerinitiative auf rund 500.000 Euro belaufe. „Unmoralisch“ nannte er die Aufforderung der Kreisverwaltung an die Stadt Einbeck, sich an den Kosten zu beteiligen: Das wäre für die Stadt eine freiwillige Leistung, sie dürfte diese aber wegen der Zukunftsvertrages mit dem Land Niedersachsen zur Sanierung der Stadtfinanzen gar nicht erbringen. „Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, dass der Kreis als Aufsichtsbehörde so etwas tut.“  

Christian Grascha (FDP) lobte die Arbeit der Dorfbewohner. „Es ist ausschließlich ein Verdienst der Bürger, dass wir zu diesem Beschluss kommen.“ Außerdem forderte er SPD und Grüne im Land auf, die Kürzungsbeschlüsse für den Straßenbau um 30 Millionen Euro zurückzunehmen. Marc Hainski (Gemeinsam für Einbeck)  warf der Verwaltung vor: „Sie wollten die Bürger vor vollendete Tatsachen stellen.“ Damit spielte er darauf an, dass ursprünglich ins Auge gefasst worden war, die Brücke nicht zu ersetzen.  

Rolf Metje (SPD) kündigte für die Mehrheitsfraktion aus SPD und Grünen an, dass für den Abriss der alten, aus dem Jahr 1951 stammenden Brücke 300.000 Euro bereitgestellt werden sollen, weitere 150.000 Euro gibt es für den Bau der Behelfsbrücke. Ihre Miete wird mit 1500 Euro veranschlagt. Der Neubau werde mehr als eine Million Euro kosten. Damit würde man den Argumenten der Bürgerinitiative und der Ortsräte folgen. Die Behelfsbrücke soll im Frühjahr 2015 fertiggestellt sein. Landrat Michael Wickmann (SPD) räumte Irritationen ein. So sei der aktuelle Beschlussvorschlag nicht ins Internet gestellt worden.  

Von Hans-Peter Niesen

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