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Kreistag Northeim will vier Bahnhaltepunkte reaktivieren

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Von: Michael Caspar

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Soll als einer von vier Bahnhaltepunkten wiederbelebt werden: die Mühlentorkreuzung in Northeim. Archiv
Soll als einer von vier Bahnhaltepunkten wiederbelebt werden: die Mühlentorkreuzung in Northeim. © Axel Gödecke

Die Wiederbelebung der Bahnhaltepunkte Moringen, Naensen und Verliehausen sowie Northeim-Mühlentor hat der Kreistag Northeim während seiner Sitzung am Freitag einstimmig gefordert.

Northeim - Nach dem Willen der Kommunalpolitiker soll sich dafür Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) bei der Landesnahverkehrsgesellschaft sowie beim Niedersächsischen Ministerium für Arbeit, Wirtschaft, Verkehr und Digitalisierung einsetzen. Bei der nach einer Reaktivierung erforderlichen Umplanung des Busverkehrs dürfe es „zu keiner Benachteiligung der sonstigen Ortschaften kommen“, verlangte der Kreistag.

Er will mit seinem Eintreten für eine Verbesserung des Personennahverkehrs einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. „Keinerlei Experimentierfreude“ konnte Stefan Fiege (SPD) bei der Landesnahverkehrsgesellschaft feststellen. Hintergrund: Dieter Sandmann, der bei der Gesellschaft den Bereich Infrastruktur leitet, hatte sich im Ausschuss für Wirtschaft und Kreisentwicklung skeptisch zu weiteren Haltepunkten geäußert. Chancen sah er lediglich in Volpriehausen – bei Aufgabe des parallel verlaufenden Busverkehrs.

Den „Willen zur Verkehrswende“ vermisse Fiege bei der Gesellschaft. Ihn empöre, dass parallel verlaufender Busverkehr als Argument gegen eine Reaktivierung ins Spiel gebracht werde: In urbanen Räumen“ sei das berechtigterweise nicht der Fall. Schließlich führen Busse wesentlich mehr Haltestellen an. In Zügen wiederum gebe es weniger Probleme bei der Mitnahme von Fahrrädern oder Kinderwagen. Fiege: „Ohne ein attraktives Alternativangebot werden Bürger nie auf ihr Auto verzichten.“

„Für den Bahnhaltepunkt am Mühlentor in Northeim hat sich die Gemeinde Katlenburg-Lindau bereits nach der Grenzöffnung vor 30 Jahren eingesetzt“, sagte Hans-Dietmar Kreitz von der Gruppe CDU/FDP/Die Unabhängigen. Damals sei man mit diesem Wunsch bei den Verantwortlichen der Bahn nicht durchgedrungen. Deshalb sei es für „eine Überraschung“ gewesen, dass Sandmann in seinen Ausführungen auch auf das Mühlentor eingegangen sei – wenn auch ablehnend. Die Gruppe mache sich für diesen Haltepunkt stark, weil er unter anderem einen Beitrag zur Wiederbelebung der Northeimer Innenstadt leisten könne.

„Die Landesverkehrsgesellschaft scheint die Wichtigkeit eines breit verzweigten Schienennetzes und weiterer Haltepunkte für den Erfolg einer klimafreundlichen Verkehrswende nicht erkannt zu haben“, erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha in einer – im Vorfeld der Sitzung versandten – Pressemeldung.

Im Gegenteil, so Grascha: Die Gesellschaft trete „sogar auf die Bremse“. Seine Kreistagsgruppe schlage daher vor, „dass der Landkreis künftig direkt in Gespräche mit dem zuständigen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr tritt.“ (zmc)

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