Kritische Töne beim Neujahrsempfang der Sparkasse Northeim

Für den kleinen Hunger: Leckereien standen für die Gäste bereit.

Northeim. Eine Reihe von Erfolgsmeldungen, ein vorsichtiger Blick voraus aufs junge Jahr 2017 und eine Beschreibung des immer komplizierter werdenden Regelwerks für Banken - das waren die wesentlichen Zutaten der Begrüßungsrede des Vorstandsvorsitzenden Guido Mönnecke beim Neujajhrsempfang der Kreis-Sparkasse Northeim (KSN).

Mit Blick auf den chinesischen Kalender, in dem am 28. Januar das Jahr des Feuer-Hahns beginne, das für direkte und klare Kommunikation stehe, hoffte Mönnecke, das dem Populismus langsam die Puste ausgehe. „Vielleicht ist es an der Zeit, wieder häufiger und deutlicher Farbe zu bekennen und Stellung zu beziehen“, sagte er. Martin Luther, der vor fast 500 Jahre seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen hat, sei dafür ein gutes Vorbild.

Wirtschaftlich erwartet Mönnecke, dass der Aktenindex Dax im Verlauf des Jahres zwar erheblich ausschlägt, am Ende aber bei 12 000 Punkten und damit rund 400 Punkte höher als aktuell steht. Der Wert von Euro und US-Dollar werde sich nach seinen Worten weiter annähern und der Goldpreis steigen.

Der KSN-Chef verwies darauf, dass der Gesetzgeber in immer schnellerer Folge neue Gesetze und Verordnungen („Regulatorik“) für die Kreditwirtschaft beschließt, insgesamt 28 seit der Jahrtausendwende. Zum Vergleich: Im gesamten 20. Jahrhundert seien es nur 21 gewesen. Als nächste komme 2018 das zentrale Kreditregister AnaCredit. Dann sei die KSN verpflichtet monatlich 95 Daten zu allen Krediten mit einer Summe über 25 000 Euro an die Bundesbank zu übermitteln.

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Das seien nach aktuellem Stand monatlich 214 000 Datensätze, erläuterte Mönnecke. „Dies führt gerade bei mittelständischen Kreditinstituten wie unserer Sparkasse, trotz der Unterstützung durch unsere Verbände und durch zentrale Verbundunternehmen, zu einer erheblichen Ressourcenbindung, die kaum mehr zu bewältigen ist.“

Vereinfachungen für Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die bisher den gleichen Anforderungen unterliegen wie Großbanken, seien dringend geboten, betonte der KSN-Chef.

Zu Beginn seiner Rede vor den über 700 Gästen des Neujahrsempfangs hatte Mönnecke außerdem an das zurückliegende Jubiläumsjahr der KSN erinnert. Bei vielen Veranstaltungen und nicht zuletzt durch die Spendenaktion „Wir sagen Danke“, bei der 150 Projekte von Vereinen, Schulen und Kindergärten unterstützt mit je 1000 Euro wurden, habe die KSN unterstreichen können, betonte Mönnecke, welche überragende Bedeutung eine kommunal verfasste Sparkasse für die Prosperität einer Region habe.

Hintergrund

Kreis-Sparkasse: Zahlen des Jahres 

Die Kreis-Sparkasse (KSN) hat nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Guido Mönnecke ihre Bilanzsumme im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro erhöhen können. Die Summe der Kredite stieg um 6,1 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro.

Getragen wurde diese Entwicklung, so Mönnecke, durch einen Zuwachs beim Firmenkundengeschäft um 11,3 Prozent (75 Millionen Euro). Insgesamt habe die KSN im Jahr 2016 4000 neue Darlehensvereinbarungen mit einem Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro geschlossen.

Die Summe der Kundeneinlagen stieg einschließlich der von der KSN verwahrten Wertpapiere und Investmentfondanteile um 5,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Wenn die Gremien der Bank zustimmen, sollen neun Millionen Euro ins Eigenkapital fließen. Dieses sei in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 25 Prozent gestiegen. „Das unterstreicht die Solidität unseres Hauses“, betonte Mönnecke. Es sichere auch die Zukunftsfähigkeit der KSN.

Neujahrsempfang der Kreis-Sparkasse Northeim

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