Kreisverwaltung hat neue Messanlage 

Künftig jagt im Landkreis Northeim Alice zu schnelle Fahrer

Northeim, teilstationäre Blitzeranlage, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Messbediensteter Zeike
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Blick in die Technik: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und der Messbedienstete Thorsten Zeike an der geöffneten Rückwand der Blitzeranlage.

Der Landkreis Northeim stellt eine neue sogenannte teilstationäre Messanlage zur Tempomessung in Dienst.

Die auf einem Auto-Anhänger installierte Anlage soll am Donnerstag, 18. Juli, erstmals in Lütgenrode eingesetzt werden, kündigte der zuständige Fachbereichsleiter, Christopher Linck, am Montag bei der Vorstellung der Anlage an. Wenn sie vorher irgendwo zu sehen ist, handelt es sich nur um probeweises Aufstellen und Einrichten, ohne das zu schnelle Autofahrer fürchten müssen, zur Kasse gebeten zu werden.

Überhöhte Geschwindigkeit sei nach wie vor eine der Hauptunfallursache, betonte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel die Notwendigkeit von Geschwindigkeitsmessungen. Mit der neuen Anlage namens Alice (Autonomous Lidar Concept für Enforcement) könne künftig auch zu Zeiten gemessen werden, wenn die Mitarbeiter dafür normalerweise nicht zur Verfügung stehen, beispielsweise nachts und an Wochenenden. Auch könne die Anlage an Orten aufgestellt werden, wo für die herkömmlichen mobilen Messanlagen der Platz nicht ausreiche.

Der vollständig gekapselte Anhänger ist mit Akkus ausgestattet, die es erlauben, dass der Blitzer mehrere Tagen funktioniert, ohne wieder aufgeladen zu werden. Je nachdem, wie viele Fotos Alice von zu schnellen Autofahrern macht, seien zehn Tage und mehr möglich, erklärte Linck. Geplant sei aber, den Anhänger jeweils nach ein bis zwei Tagen an anderen Orten zu platzieren.

Solche semistationären Anlagen waren 2017 und 2018 bereits im Landkreis im Einsatz. Nun hat der Landkreis eine Anlage für fünf Jahre geleast. Die monatliche Leasingrate beträgt rund 7000 Euro.

So sieht Alice von hinten aus....

Mit Alice will der Landkreis vermehrt auf Wünsche von Bürgern eingehen, wo die Geschwindigkeit gemessen werden soll. Extra dafür, so Landrätin Klinkert-Kittel, sei eine E-Mail-Adresse eingerichtet worden, an die entsprechende Anregungen geschickt werden können: blitzer@landkreis-northeim.de

... und so von vorne.

Neben Alice hat der Landkreis noch zwei mobile Anlagen in Autos in Betrieb. 

Die neue semistationäre Anlage zur Geschwindigkeitsmessung ist auf einem Autoanhänger montiert. Gemessen wird mit einer Technik, die auf Laserbasis funktioniert.

Um die Technik vor Angriffen zu schützen ist sie in einem vollständig gekapselten Gehäuse installiert. Außerdem, so erläuterte der zuständige Fachbereichsleiter, Christopher Linck, wird der Hänger abgesenkt, wenn er irgendwo aufgestellt wird. Das soll verhindern, dass beispielsweise Brandsätze unter dem Hänger platziert werden. Auch die Reifen seien so geschützt. Die Anhängerkupplung verschwindet unter einem Gehäuseteil. 

Um das 1,3 Tonnen schwere Gefährt leicht rangieren zu können, verfügen die Räder über einen elektrischen Antrieb, wie ihn auch größere Wohnwagen haben. Per Fernbedienung kann der Hänger so beispielsweise leicht aus einer engen Lücke manövriert werden.

Die Außenhülle ist laut Kreisverwaltung gepanzert und schusssicher. Ein eingebautes Löschsystem soll bei einer Brandstiftung Schlimmeres verhindern. Über eine Alarmanlage wird bei Fällen von Vandalismus die Rettungsleitstelle alarmiert. 

Sollte Alice trotzdem ausfallen, gibt es kurzfristig Ersatz. Vom Leasingunternehmen aus Wismar bekommt der Landkreis dann innerhalb von zwei Tagen ein Ersatzgerät. Wer glaubt, dass er keine Straßen-Zulassung hat, weil das Nummernschild des aufgestellten Hängers keinen Zulassungsstempel hat, den beruhigt der Landkreis. Das Kennzeichen mit Stempel hängt zusammen mit den Rückleuchten an einem Träger, der am platzierten Hänger abgenommen wird, um die Leuchten vor Beschädigungen zu schützen.

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