Synthese aus Mensch und Technik

Künstlerin sieht die Malerei als Wagnis

Das ist die neue KSN-Stipendiatin: Das Foto zeigt Maleen Linke bei der Arbeit an einem Porträt von Heiko Brockhausen, dem Vater des Theaters der Nacht in Northeim. Foto: Niesen

Northeim. Die 26-jährige Maleen Linke aus Sulingen ist neue Stipendiatin der KSN-Stiftung

Die neue Kunststipenditatin der Kreis-Sparkasse Northeim (KSN), Maleen Linke, hat sich für ihren einjährigen Aufenthalt in der Kreisstadt Northeim ein ehrgeiziger Ziel gesetzt: „In meinen Malereien strebe ich eine Synthese aus den Motiven Mensch und Technik an. Dabei möchte ich mich inhaltlich mit den hiesigen Gegebenheiten des Landkreises auseinandersetzen.“

Die Malerin aus Sulingen, 50 Kilometer südlich von Bremen, ist zwar erst 26 Jahre alt, hat aber schon eine Menge geleistet. Während ihres Studiums der Kunstpädagogik und Germanistik an den Universitäten Vechta und Oldenburg hat sie sich mit ihren Werken an vier Gruppenausstellungen beteiligt und zwei Einzelausstellungen in Sulingen und Hannover bestritten.

Erstaunliche Qualität

Der in Mandelbeck bei Northeim lebende und künstlerisch arbeitende Professor Wolf Bröll sagte schon 2011 in seiner Laudatio zu ihrer Ausstellung „Bilder aus der Produktion - Auf den Spuren des Magischen Realismus: „Bei näherer Betrachtung scheinen die dargestellten Gegenstände und Situationen inhaltlich mehr zu bieten als dies zunächst scheint… Die Malerin entfaltet eine für ihre Jugend erstaunliche künstlerische Qualität.“

Und die will Maleen Linke in ihrem Northeimer Jahr weiter entwickeln. Das Ganze auch unter dem Gesichtspunkt, ob sie als Kunst- und Deutschlehrerin in den Schulbetrieb geht und die Malerei nebenbei betreibt oder ob sie sich auf das Wagnis eines Lebens als frei schaffende Malerin einlässt.

Ihre Wege führten sie unter anderem schon zu Heiko Brockhausen in das Theater der Nacht, dessen Porträt sie gleich für ein neues Werk malte, zum PS-Speicher in Einbeck, in die Blankschmiede nach Dassel und in das Kiesgewinnungsgebiet der Northeimer Seenplatte.

Ungewöhnliche Blickwinkel

Die dabei entstandenen Fotos nutzt sie für Zeichnungen, die sie wiederum für die Komposition ihrer Werke einsetzt. So entstehen unter anderem ganz ungewöhnliche Blickwinkel auf Maschinen, kombiniert aus Frosch- und Vogelperspektive. Maschinen gemacht und bedient von Menschen, die aber nicht zu sehen sind. Vielleicht resultiert daraus auch ihr Thema „Leerstelle - unausformulierte Bereiche“, die der Betrachter selbst füllen muss und die sie zur Auseinandersetzung mit Themen wie Panik, Kriminalität, Flüchtlingspolitik und Demenz inspirierten.

Blick ins Atelier

Wer sich selbst ein Bild machen möchte von den Werken Maleen Links hat dazu am Tag des offenen Ateliers Gelegenheit. Der findet am Samstag, 13. Dezember, von 10 bis 17 Uhr Im Haus Am Zwinger 9 in Northeim statt. (zhp)

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