Kurs hilft bei Suche nach Ausbildung

Arbeitsagentur macht auf freie Plätze in Northeim aufmerksam

Auszubildende mit Schuhkartons
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Hat beim Northeimer Schuhgroßhändler Eisenhardt eine Ausbildung begonnen: Florian Jürgen Christoph (von links) mit Silke Nielsen, Sascha Meyer, Marina Warnecke und Petra Gerke.

Hilfe bei bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz bieten die Berufsvorbereitenden Maßnahmen (BvB)

Northeim – Neun bis zwölf Monate lang können 16- bis 25-Jährige dieses Angebot nutzen, das die Arbeitsagentur finanziert.

Einer von ihnen ist Florian Jürgen Christoph: Ware annehmen, kontrollieren und einlagern – das macht dem 21-Jährigen Spaß, erzählt er. Konzentriert muss der junge Katlenburger bei der Arbeit immer sein, sich viele Zahlen merken.

Gerade hat er seine BvB-Maßnahme beendet und beim Northeimer Schuh-Großhändler Eisenhardt eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik begonnen.

In dem Unternehmen am Northeimer Schuhwall arbeitet er bereits seit Mai, absolvierte dort, betreut von Marina Warnecke, ein Praktikum. Besonders gefällt dem 21-Jährigen die familiäre Atmosphäre unter den 37 Mitarbeitern, erzählt er.

Dass Lagerlogistik etwas für ihn sein könnte, wusste Christoph bereits im vergangenen September, als er in Northeim bei der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) die BvB-Maßnahme begann. „Andere Teilnehmer mussten dagegen erst einmal herausfinden, was sie interessiert“, erinnert sich LEB-Bildungsbegleiterin Silke Nielsen.

Die LEB-Einrichtung bereitete vier junge Menschen, die noch keinen Schulabschluss hatten, auf den Hauptschulabschluss vor. Es gab Deutsch- und Mathematikunterricht für alle. Wer Probleme mit der deutschen Sprache hatte, wurde in diesem Bereich gefördert.

Manche mussten sich an das frühe Aufstehen gewöhnen und üben, einen Acht-Stunden-Tag zu bewältigen. Ein Sozialpädagoge half bei der Lösung familiärer, finanzieller oder persönlicher Probleme. Die Teilnehmer machten Praktika, übten das Schreiben von Bewerbungen sowie Vorstellungsgespräche.

Christoph hat bereits mit 16 Jahren in Sachsen-Anhalt seinen Hauptschulabschluss gemacht. Eine landwirtschaftliche Lehre brach er aufgrund familiärer Probleme nach anderthalb Jahren ab. Bei seinem Vater in Katlenburg wagte er schließlich einen Neuanfang. Er begleitete den Berufskraftfahrer bei der Arbeit und erfuhr dabei, was Lagerlogistik ist.

Der Versuch, selbst einen Ausbildungsplatz zu finden, scheiterte indes – auch aufgrund des ersten Corona-Lockdowns. Berufsberaterin Petra Gerke von der Agentur für Arbeit machte ihn dann auf die BvB-Maßnahme aufmerksam.

Der Start in ein geplantes Praktikum verzögerte sich jedoch, weil es im November vorigen Jahres zum zweiten Corona-Lockdown kam. Die LEB bot daraufhin seinen Schülern Homeschooling an. Der junge Katlenburger bekam Hausaufgaben, die jeweils bis zum Abend erledigt sein mussten, einige Kleingruppen trafen sich auch zum Videochat.

Christoph gehört nun zu den 20 Teilnehmern, die eine Ausbildung begonnen haben. Fünf fanden eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Einer machte sich selbstständig. Zwei besuchen eine weiterführende Schule.

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