Land Niedersachsen will Altersgrenze in der Feuerwehr neu regeln

Northeim. Als Reaktion auf den demografischen Wandel dürfen Ehrenamtliche in Hessen seit April bis zum 70. Lebensjahr in der Feuerwehr aktiv bleiben.

Diesem Modell, das nach dem 65. Geburtstag einen weiteren aktiven Einsatz im organisatorischen und pädagogischen Bereich erlaubt, steht auch Northeims Kreisbrandmeister Bernd Kühle positiv gegenüber.

„Die Erfahrungen der älteren Kollegen sind sehr wichtig für uns“, sagt Kühle. In Niedersachsen gelte seit 2012 die Regel „63 plus“. Demnach dürfen ältere Feuerwehrleute auch hier bei Bedarf weiter Dienst tun, wenn ihre gesundheitliche und psychische Verfassung dies zulässt. Die Entscheidung obliege dem Ortsbrandmeister, so Kühle. Unabhängig davon ende der Führungsdienst aber auf jeden Fall mit 63 Jahren.

„Das Niedersächsische Brandschutzgesetz, das die Altersgrenzen regelt, befindet sich derzeit in der Novellierung“, berichtet Kühle. Der Wunsch der Landesregierung und vieler Feuerwehren sei es, die schwammige Regelung „63 plus“ durch feste Altersgrenzen zu ersetzen, um Unsicherheiten zu nehmen. Der Landesfeuerwehrverband sei jedoch noch gespalten, ob eine Grenze von 63 Jahren, 65 Jahren oder älter erstrebenswert sei.

„Wenn über eine Rente mit 70 oder 73 diskutiert wird, erschließt es sich mir nicht, weshalb in der Feuerwehr mit 63 Jahren Schluss sein soll“, sagt Kühle. Aus seiner Sicht sei eine Altersgrenze von 65 bis 67 Jahren sinnvoll: „Wer fit ist, soll gerne weiter in der Feuerwehr arbeiten können.“ Wer sich dazu nicht in der Lage sehe, könne ohnehin früher aus dem aktiven Dienst ausscheiden.

Die älteren Kameraden könnten durch ihren Einsatz in der Ausbildung oder als Gerätewart zum Beispiel dazu beitragen, dass die jüngeren Kollegen, die im Einsatz an vorderster Front stehen, entlastet werden, so Kühle.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/Archiv

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