Landkreis Northeim bringt 56 neue Flüchtlinge unter

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Northeim. Am Mittwoch sind 56 neue Flüchtlinge im Landkreis Northeim angekommen.

Entgegen der ursprünglichen Planung, die auch eine kurzzeitige Unterbringung in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) vorsah, konnten alle Personen, die am Morgen aus dem Grenzdurchgangslager Friedland mit dem Bus nach Northeim angereist waren, auf Quartiere im gesamten Kreisgebiet verteilt werden.

„Wir sind froh, dass wir alle dezentral unterbringen konnten“, sagte der Erste Kreisrat Dr. Hartmut Heuer. „Damit sind unsere Kapazitäten aber so gut wie erschöpft.“ Laut Heuer werden insbesondere kleinere Wohnungen gesucht, denn am häufigsten müssten Einzelpersonen untergebracht werden. Unter den jetzt angekommen Flüchtlingen seien allein 36 Männer unterschiedlicher Nationalität, die ohne Angehörige unterwegs sind.

Die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge im gesamten Kreis habe sich bewährt, so Heuer - insbesondere dank der vielen Arbeitskreise, die ehrenamtlich in den Kommunen Flüchtlinge betreuen. Heuer: „Allein hätte die Kreisverwaltung das nicht geschafft.“

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen rechnet Heuer damit, dass noch mehr geflüchtete Menschen untergebracht werden müssen. „Das könnte unter Umständen bedeuten, dass wir auf Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäuser zurückgreifen müssen, zumal die kältere Jahreszeit vor der Tür steht.“

Die Unterbringung von Flüchtlingen in den leer stehenden Hochhäusern der Northeimer Südstadt ist aus Sicht Heuers keine Option. „Da würden wir ein Eigentor schießen“, ist er überzeugt. Im Kreishaus verspricht man sich derzeit mehr von Verhandlungen mit demselben Eigentümern über dessen Wohnungen im Bereich Tschaikowskistraße am Sultmer.

Die Flüchtlinge, die jetzt im Landkreis angekommen sind, wurden auf mehrere Kommunen verteilt. In Northeim wurden 14 untergebracht. Weitere Quartiere wurden in Dassel (für 9 Personen), Kalefeld (4), Elvershausen (1), Wrescherode (2), Sebexen (4), Elvershausen (4), Markoldendorf (2), Uslar (9), Willershausen (1), Berka (4), Billerbeck (2), Katlenburg (2) und Ackenhausen (2) in Anspruch genommen.

Insgesamt hat der Landkreis damit jetzt 938 Flüchtlinge zu betreuen. Bis Ende September wird erwartet, dass diese Zahl auf 1284 ansteigt. Im Kreishaus stellt man sich auf einen weiteren Anstieg bis Mitte 2016 auf 2600 ein.

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