Weg zu Abschluss uns Ausbildung

Landkreis Northeim gibt Schulschwänzern eine Chance

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Werben für „Die 2. Chance“: (von links) Werner Buehrmann, Klaus Dilcher, Kerstin Jordan und Silke Weinert und Christine Huster von der Werk-statt-Schule, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, der Fachbereichsleiter Jugend und Familien in der Kreisverwaltung, Wilhelm Meyners, und Kreisjugendpfleger Andreas Kohrs.

Northeim. Mit dem Projekt „Die 2. Chance" will der Landkreis Northeim Schulverweigerern den Weg zu einem Schulabschluss und damit einer Berufsausbildung ebnen.

„Jeder, den wir zurückholen, geben wir damit eine Zukunft“, betonte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel bei der Vorstellung des Projektes am Donnerstag, das ab dem vergangenen Jahr mit einer Gesamtlaufzeit von vier Jahren vom Bund und dem Europäischen Sozialfonds mit insgesamt 470 000 Euro aus dem Programm „Jugend stärken“ gefördert wird. Die Landrätin kündigte an, dass die Arbeit mit Schulverweigerern im Kreis auch nach dem Auslaufen des Projektes Ende 2018 fortgesetzt werden soll

Neu ist das Projekt indes nicht. Seit 2011 lief es in der Trägerschaft der Werk-statt-Schule Northeim begrenzt auf das Gebiet rund um Northeim. Nun hat der Landkreis die Trägerschaft übernommen und es auf das gesamte Kreisgebiet ausgedehnt. Die Projektarbeit macht weiterhin die Werk-statt-Schule.

Nicht alle Schüler im Blick 

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren, die Schüler einer Haupt-, Förder- oder Berufsschule sind, noch keinen Abschluss haben und aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr zur Schule gehen. Die Förderkriterien schließen eine Unterstützung von Schülern anderer Schulformen aus, so betonte Kreisjugendpfleger Andreas Kohrs, der beim Landkreis das Projekt koordiniert. Bei Fällen an anderen Schulen sei deshalb keine Betreuung, sondern nur eine kurze Beratung möglich.

Auf die Schwänzer aufmerksam gemacht werden er und seine Kollegen vor allem durch die Schulen, aber auch durch Beratungsstellen sowie - seltener - auch von den jeweiligen Familien, erläuterte Projektleiter Klaus Dilcher von der Werk-statt-Schule. Mit zwölf Haupt- und Gesamtschulen, vier Förderschulen und zwei Berufsbildenden Schulen arbeitet die Werk-statt-Schule in diesem Projekt zusammen-

Einjährige Unterstützung 

Nachdem sie durch Gespräche mit dem Schüler und seiner Familie die Gründe für das Fernbleiben von der Schule herausgefunden haben, begleiten Dilcher („Meist liegt bei der Familie der Hase im Pfeffer“) und Weinert den einzelnen Schüler bis zu einem Jahr, in Ausnahmefällen sogar bis zu 15 Monaten. Dazu gehört, den häufig mit psychischen und sozialen Problemen belasteten Jugendlichen die notwendige professionelle Hilfen zu vermitteln.

Im vergangenen Jahr wurden 71 Schüler im Projekt betreut. Nach Dilchers Worten war die Arbeit bei 63 (89 Prozent) erfolgreich. Das heißt, sie gingen wieder zur Schule, absolvierten ein Praktikum, um durch die praktische Tätigkeit wieder Motivation für die Schule zu gewinnen, oder konnten in eine Therapie gebracht werden, die sie wieder soweit stabilisieren soll, dass sie anschließend wieder schulfähig sind.

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