Nazi-Szene "aktiv wie lange nicht mehr"

Platz fünf im Bundesland: Rechtsextreme Delikte in Northeim nehmen zu

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Schmierereien: das Sprühen von Hakenkreuzen und anderen nationalsozialistische Symbolen ist eine Straftat.

Northeim. Der Landkreis Northeim ist in Niedersachsen ein Zentrum rechtsextremistischer Straftaten. Zu diesem Ergebnis kommt die grüne Landtagsabgeordnete Julia Hamburg aus Goslar.

Das niedersächsischen Innenministerium hatte eine entsprechende Anfrage zu dem Thema beantwortet.

Demnach liegt der Landkreis im ersten Quartal 2016 bei Straftaten, die einen rechtsextremistischen Hintergrund haben, mit 20 Taten landesweit auf Platz fünf - hinter Hannover, Braunschweig, Aurich und Göttingen. Dazu komme, so betont Hamburg, dass es erfahrungsgemäß bei solchen Delikten eine hohe Dunkelziffer gebe. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2015 waren es zehn Taten, im dritten und vierten Quartal 2014 sogar nur drei beziehungsweise vier Delikte.

„Die Nazi-Szene im Landkreis ist so aktiv, wie lange nicht mehr“, urteilt die Grüne. Ein Grund dafür sei, dass die hasserfüllte Hetze gegen Geflüchtete ein Mobilisierungsthema in der Szene sei. In diesem Zusammenhang muss nach ihren Worten auch der Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen genannt werden, an dem sich die Northeimer Nazi-Szene beteiligt.

„Wir nehmen das ernst“, sagt Northeims Polizeipressesprecher Uwe Falkenhain zu den rechtsextremistischen Straftaten. Die Polizei arbeite intensiv an dem Thema.

Da unter den 20 Taten im ersten Quartal keine Gewaltdelikte wie Körperverletzungen, sondern vor allem so genannte Propagandadelikte wie Hakenkreuz-Schmierereien, Zeigen des Hitlergrußes und Beleidigungen, aber auch Sachbeschädigungen gewesen seien, sollte man die Zahl auch nicht überbewerten. Zu den Delikten gehören der Steinwurf durch ein Fenster eines von Flüchtlingen bewohnten Hauses in Hardegsen sowie der Versuch, ein Fenster des Northeimer Parteibüros der Grünen einzuschlagen.

Landesweit sind rechtsextremistische Gewalttaten dagegen sehr wohl ein Thema. 31 von ihnen zählte die Polizei in Niedersachsen von Januar bis März.

Linksextremistische Taten wurden übrigens im ersten Quartal im Landkreis Northeim nach Falkenhains Worten keine gezählt.

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