Virus ist für Wild- und Hausschweine tödlich

Landkreis Northeim rüstet sich gegen die Schweinepest 

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Sind zuerst betroffen: In Wildschwein-Beständen taucht die Afrikanische Schweinepest als Erstes auf. Das zeigen Fälle in Osteuropa und jüngst auch in Belgien.

Das Veterinäramt des Landkreises Northeim, Landwirte und Jäger sind alarmiert: Jetzt gibt es einen Bekämpfungsplan gegen die Schweinepest.

Mittlerweile sind  neun Todesfälle bei Wildschweinen in Belgien ist klar: Die afrikanische Schweinepest (ASP) ist auf Westeuropa übergesprungen, keine 60 Kilometer an Deutschland heran. 

Das Virus ist zwar für den Menschen ungefährlich, es bedroht jedoch die Wild-, und die Hausschweinbestände mit tödlichem Ausgang.

Massiv betroffen von der Krankheit waren zuvor bereits Rumänien, die Ukraine und das östliche Polen. Hier waren auch Hausschweinbestände infiziert, sagt Dr. Siegfried Orban, Chef des Northeimer Kreisveterinäramts. In Ungarn seien bislang vier infizierte Wildschweine, in Tschechien eines festgestellt worden. Deutschland sei bislang nicht betroffen. Wie viele andere Experten geht aber auch der Kreisveterinär davon aus, dass eine Übertragung nach Deutschland sehr wahrscheinlich ist. Die Frage sei nur wann und wo das Virus auftauche.

Mensch spielt bei Schweinepest große Rolle

Dabei sei klar, dass der Mensch bei der Ausbreitung eine große Rolle spiele. In Belgien sei wohl mittlerweile klar, dass die Krankheit über an Parkplätzen weggeworfene, infizierte Lebensmittel oder Lebensmittelverpackungen eingeschleppt worden ist.

Der Landkreis Northeim, so Dr. Orban, sei mit großer Sicherheit noch frei vom ASP-Virus. Das lasse sich aus den Ergebnissen der in diesem Jahr vorgenommen Blutuntersuchungen von erlegten Wildschweinen ablesen. 700 Blutproben seien von erlegten Wildschweinen auf das ASP-Virus hin untersucht worden. Orban: „Alle waren negativ“.

Auf die hohe Zahl von Proben sei man gekommen, weil das Kreis-Veterinäramt den Jägern angeboten habe, auf die Gebühr für die obligatorische Trichineenschau des Fleisches zu verzichten, wenn sie im Gegenzug eine Blutprobe des erlegten Tieres ablieferten. Auch bei drei tot aufgefundenen Wildschweinen sei keine ASP festgestellt worden.

Übungsszenario für den Ernstfall

Trotzdem bereite sich der Landkreis auf den wahrscheinlichen Ausbruch der Schweinekrankheit vor. So ist laut des Kreisveterinärs bereits im August ein Übungsszenario durchgespielt worden, bei dem auch die Jäger aus dem Landkreis beteiligt waren. Dr. Orban: „Wir haben für den Ernstfall einen Bekämpfungsplan, und es wird dann zusammen mit dem Landkreis Göttingen ein Tierseuchen-Krisenzentrum eingerichtet. Das hat seinen Sitz in Northeim.“

Der Bekämpfungsplan sieht Maßnahmen sowohl für einen Befall des Wildbestandes vor als auch für den Fall, dass der Schweinebestand eines landwirtschaftlichen Betriebs infiziert sein sollte. Im letzteren Fall müssten alle Tiere des Betriebs getötet werden.

Die Schweinepest sei deshalb so gefährlich, weil sie einen enormen Schaden in den Beständen anrichtet und weil das Virus lange sogar im Boden überlebensfähig ist. Orban: „Die Krankheit läuft sich von allein nicht tot.“ Ohne Gegenmaßnahmen hätte man über Jahre damit zu kämpfen.

Auch andere Landkreise in Nordhessen und Südniedersachsen sind in Alarmbereitschaft wegen der Schweinepest. So wappnet sich beispielsweise der Landkreis Kassel. 

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