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Landvolkmitglieder im Kreis Northeim helfen Flüchtlingen

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Von: Niko Mönkemeyer

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Eine Ferienwohnung mit 6 Betten stellen Ilsemarie Waechter sowie Paul und Marie von Schultzendorff auf dem Gutshof Imbshausen zur Verfügung.
Eine Ferienwohnung mit 6 Betten stellen Ilsemarie Waechter sowie Paul und Marie von Schultzendorff auf dem Gutshof Imbshausen zur Verfügung. © Niko Mönkemeyer

Mehr als 100 Betten für Flüchtlinge aus der Ukraine hat das Landvolk Northeim-Osterode bereits gestern an den Landkreis Northeim gemeldet.

Northeim – Aufgrund der Nachrichten über die zu erwartenden Flüchtlingszahlen habe man am Mittwoch alle Mitglieder des Kreisbauernverbandes angeschrieben und um Mitteilung gebeten, ob Ferienwohnungen oder Gästezimmer als Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden können, sagt Manuel Bartens, bisher Leiter der Verbandsorganisation und seit dem 1. März Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

„Die Rückmeldungen kamen dann kurz darauf im Viertelstundentakt“, freut sich Bartens über die große Resonanz unter den 2500 Mitgliedern des Landvolks Northeim-Osterode, dem neben 1000 landwirtschaftlichen Betrieben auch Hotels, Banken, Firmen und Privatleute angehören. „Unser Schwerpunkt liegt zwar im landwirtschaftlichen Bereich, aber wir fühlen uns für den gesamten ländlichen Raum verantwortlich und haben deswegen auch viele Mitglieder außerhalb der Landwirtschaft“, erklärt Bartens.

Er geht derzeit davon aus, dass die Zahl der zur Verfügung gestellten Betten in den kommenden Tagen noch anwachsen wird und ist davon überzeugt, dass die Landwirte der Region ihren Teil zur Bewältigung der schwierigen Situation beitragen werden.

Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Manuel Bartens
Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Manuel Bartens © Landvolk 

Auch Paul und Marie von Schultzendorff sowie Ilsemarie Waechter vom Gutshof Imbshausen mussten nicht lange überlegen, als die Anfrage vom Kreisbauernverband per E-Mail kam. Sie werden die Ferienwohnung im Dachgeschoss des sogenannten Querhauses auf dem Gutshof zur Verfügung stellen.

Die wird normalerweise hauptsächlich an Geschäftsreisende vermietet und ist im Moment noch für ein paar Tage blockiert, aber dann können dort sechs Betten angeboten werden. „Ich war erstaunt, wie schnell ich vom Landvolk eine Bestätigung unseres Platzangebotes bekommen habe“, sagt Paul von Schultzendorff. Insgesamt sei er beeindruckt davon, wie umfangreich die Hilfe für die Menschen in der Ukraine angelaufen sei.

Hinsichtlich der Auswirkungen des Krieges auf die Landwirtschaft rechnet er mit einer Änderung der EU-Agrarpolitik. „Die gesamte Ernte der Ukraine fällt in diesem und wahrscheinlich auch nächsten Jahr aus – und damit die ukrainischen Exporte nach Afrika“, gibt er zu bedenken.

Zu erwarten sei daher, dass man in der EU erheblich mehr produzieren und vermutlich auf die Ausweisung von Blühflächen verzichten müsse, um alle Kapazitäten zu nutzen. (Niko Mönkemeyer)

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