Stockfisch-Records-Produkt gibt Ton unverfälscht wieder

Lautsprecherkabel der Extraklasse aus Northeim

Hat ein Lautsprecherkabel für anspruchsvolle HiFi-Freunde entwickelt: Günter Pauler vom Northeimer Musiklabel Stockfisch Records zeigt das High-Endprodukt in seinem Studio in Northeim.
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Hat ein Lautsprecherkabel für anspruchsvolle HiFi-Freunde entwickelt: Günter Pauler vom Northeimer Musiklabel Stockfisch Records zeigt das High-Endprodukt in seinem Studio in Northeim.

Ein Lautsprecherkabel der besonderen Art hat das Northeimer Musiklabel Stockfisch Records auf den Markt gebracht.

Northeim - „Es verursacht – anders als andere am Markt erhältliche Produkte – keine tonalen Verfärbungen von Aufnahmen“, erklärt Labelgründer Günter Pauler.

Dutzende Firmen bieten Kabel an, um den Verstärker mit den Boxen zu verbinden. „Praktisch alle führen ein Eigenleben“, berichtet der Unternehmer. Wer sehr genau drauf achtet, hört mal die Höhen, mal die Bässe stärker. Bei anderen Kabeln verändert sich die Frequenz leicht, wenn der Ton leiser oder lauter gedreht wird. Das beschäftigt Pauler seit Beginn seiner Selbstständigkeit 1974. Mit den gestiegenen technischen Möglichkeiten der Tonwiedergabe ist das Problem drängender geworden. Der Northeimer beschloss, das Problem zu lösen.

Bereits vor Jahren hatte Pauler Kontakt zu einem Professor aus Essex, der sich wissenschaftlich mit der Konstruktion optimaler Lautsprecherkabel beschäftigte und dabei zu einem neuen Ansatz gekommen war. Der Wissenschaftler stellte seinerzeit Zeichnungen und Messungen zur Verfügung. Davon ließ sich der Tonstudiobetreiber nun inspirieren. Um die Kabel selbst herstellen zu können, baute er sich eine Wickelmaschine. Er verwendet jeweils zwei versilberte Kupferkabel sowie zwei sogenannte Koaxialkabel, die aus einem Innen- und einem Außenleiter bestehen. Ein Zulieferer unterstützte ihn mit Sonderanfertigungen.

Mehr als ein Jahr lang optimierte Pauler sein Kabel und machte immer neue Hörversuche. So entstand das True Transmission Cable (TTC-pro). Der Northeimer schickte das fertige Produkt an Stereo-Magazine. „Sie waren so begeistert, dass sie es als Referenz in ihren Hörstudios behielten“, berichtet er stolz. Für die Kabelfertigung in Handarbeit gewann er den ehemaligen Chefentwickler des deutschen Tontechnikunternehmens Sennheiser.

Die Wedemarker Firma stellt nun zehn bis 15 Stück pro Woche her. Pauler spielt sie in Northeim ein. Dazu führt er einem Kabel für mehrere Stunden einen Strom von 10 Ampere mit einem sogenannten rosa Rauschen als kritischer Dauerlast zu. „Beim rosa Rauschen sind alle Frequenzen mit gleicher Lautstärke zu hören“, erläutert Pauler, der einige Semester Elektrotechnik studiert hat. Rosa Rauschen ist bei Soundchecks regelmäßig zu hören.

Das neue Produkt vertreibt Stockfisch Records nicht nur in Deutschland. „Mit einem Preis von 1680 Euro liegt es im mittleren Bereich von dem, was klangverliebte HiFi-Freunde ausgeben“, erklärt Pauler. Wahre Fans würden zum Teil sechsstellige Beträge und mehr in ihre Anlagen investieren.

Für diese Kundengruppe hat Stockfisch Records im vergangenen Jahr auch eine Schallplatte auf den Markt gebracht, die sich ohne jedes Knistern und Knacken abspielen lässt. An die 700 Euro kostet eine solche kupferbeschichtete Edelstahlplatte, die nur mit weißen Handschuhen angefasst wird.

(Michael Caspar)

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