Liberale: Stadthallenrettung ohne Rathauskauf

Die Stadthalle Northeim. Foto:  Jelinek

Northeim. Die FDP will die Entscheidung über die Zukunft des Northeimer Rathauses von der Entscheidung über den Weiterbetrieb der Stadthalle trennen.

Die Stadtratsfraktion der Liberalen hat deshalb eine Liste erarbeitet, wie die für den Weiterbetrieb der Stadthalle notwendigen 250 000 Euro im Jahr erwirtschaftet werden können, ohne das derzeit gemietete Rathausgebäude am Scharnhorstplatz zu kaufen. Weil die Finanzierung des Kaufpreises günstiger wäre als der Mietzins hatte Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser vorgeschlagen, das Gebäude zu kaufen.

Die Vorschläge der Liberalen seien erste Überlegungen, betonte der Fraktionsvorsitzende Eckhard Ilsemann im Gespräch mit der HNA, Die Liste könne jederzeit ergänzt werden. Die FDP schlägt vor:

• Erhöhung der Einnahmen: Mit der Anhebung des Mitpreises von derzeit 800 auf 1500 Euro pro Tag plus der Streichung bisher gewährter Vergünstigungen bei der Anmietung sollen die Einnahmen der Stadthalle von derzeit 30.000 auf 180.000 Euro gesteigert werden - Gewinn also 150.000 Euro. Dabei gehen die Liberalen von 120 Nutzungstagen aus.

• Betriebskosten senken: Durch einen verbesserten Personaleinsatz und Reduzierung der Heizung an den Zeiten, in denen die Stadthalle nicht genutzt wird, sollen 30.000 Euro gespart werden.

• Beitrag des Fördervereins: Wenn jeder der 3500 Bürger, die sich per Unterschrift für den Erhalt der Stadthalle ausgesprochen haben, nur einen Euro pro Monat für den Erhalt aufwenden, wären 40.000 Euro beisammen, kalkuliert die FDP. Die schätze das Engagement der Bürgerinitiative sehr. Durch einen solchen Beitrag, zu dem auch die Gewinnung von Sponsoren beitragen könne, würde es zusätzlich untermauert, betont FDP-Ratsherr Irnfried Rabe.

• Zusammenlegung von Stadtmarketing und Tourismusverein: Auf diese Weise will die FDP 10.000 Euro locker machen.

• Verkauf der Namensrechte der Halle: Durch einen Namenssponsor sollen weitere 10.000 Euro zusammenkommen.

• Verzicht auf Aufwandsentschädigung: Bis zum Ablauf des Zukunftsvertrages mit dem Land Niedersachsen sollen die Ratsmitglieder pro Jahr auf die Aufwandsentschädigung eines Monats verzichten. Das soll 5000 Euro pro Jahr bringen.

Unterm Strich kommt die FDP damit auf 245.000 Euro.

In einer nichtöffentlichen Ratssitzung haben die Liberalen darauf verzichtet, diese Liste vorzustellen, nachdem ihnen unter Hinweis auf die Geschäftsordnung die Redezeit begrenzt worden war. Ilsemann hatte zunächst nach eigenen Worten Zeit für einen historischen Abriss zur Geschichte der Northeimer Rathäuser verbraucht. Daraufhin haben sich die Liberalen entschlossen, mit ihren Ideen in die Öffentlichkeit zu gehen.

ZUR SACHE 

Der Kauf des Gebäudes am Scharnhorstplatz kommt für die FDP aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht infrage, die den Betrieb verteuern:

• Ein Verwaltungsgebäude hat nach den Worten von Fraktionschef Eckhard Ilsemann etwa 15 Prozent Verkehrsflächen (Flure und Treppenhäuser). Das ehemalige Kasernengebäude bringe es auf über 50 Prozent.

• Die Raumhöhen von vier Meter seien deutlich über dem herkömmlichen Maß für Verwaltungsräume von maximal drei Metern.

• Die Heizungsrohre liegen auf Putz, was die Regulierung der Wärme erschwere.

• Mangelnde Isolierung, da die Außenwände aus Vollmauerwerk bestünden, die Fenster entsprächen nich den heutigen Dämmanforderungen und das Dachgeschoss sei teilweise nicht gedämmt

• Außerdem seien die Räume nicht so geschnitten, wie es für Verwaltungsbüros notwendig wäre.

Die Liberalen wollen die verbleibende Mietzeit nutzen, um Zeit für einen intensiven Vergleich zu haben, wie viel teurer ein Neubau wäre und ob dafür Fördermittel zu bekommen sind.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.