Lieber skaten statt studieren - Arbeit in Südafrika mit Straßenkindern

Northeim. Der 21-jährige Lars Gockel aus Northeim geht für acht Monate nach Südafrika und arbeitet mit Straßenkindern.

Studieren war nichts für ihn. „Zuviel Gerede über teure Autos und Geld“, begründet Lars Gockel, warum er nach drei Semestern sein Studium an der Uni Göttingen abgebrochen hat. Statt dessen entschied sich der 21-jährige Northeimer, Straßenkindern in Kapstadt das Skaten beizubringen. Im Mai fliegt der Northeimer los.

Acht Monate lang wird Lars Gockel in Kapstadt, nahe der Bucht Hout Bay verbringen. Die Organisation Skate-Aid, die sich weltweit für Kinder und Jugendliche in Krisengebieten einsetzt, ermöglicht die Reise. Vor Ort ist Gockel dann für das Salesianische Institut von Don Bosco tätig, einem Zentrum, das sich für Straßenkinder stark macht. „Ich arbeite dort in einem Skatepark.“ Er führe die Kids an den Sport heran und bringe ihnen das Fahren auf dem Board bei.

Ziel des Skateparks ist, den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben und sie außerdem auf das Institut aufmerksam zu machen, in dem sie verschiedene Schul- und Ausbildungsprogramme besuchen können.

LarsGockel

Nachdem Gockel sein Abitur an der KGS in Moringen absolviert hat, begann er in Göttingen Physikalische Technologie zu studieren. „Den Leuten ging es allen nur ums Geld, das hat mich genervt“, sagt der Skater. „Ich möchte lieber etwas tun, was anderen Menschen hilft.“

Also brach er das Studium ab und entdeckte die Organisation Skate-Aid und das Projekt in Südafrika. „Meine Eltern waren erstmal geschockt, dass ich so weit weg will. Aber mittlerweile finden sie es gut.“ Um das Projekt zu unterstützen, hat der Northeimer auch eine eigene Spendenseite im Internet eingerichtet.

Derzeit macht der 21-Jährige ein Praktikum im Jugendkulturzentrum Northeim, um vor der Reise noch ein paar Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen zu sammeln.

Angst oder Bedenken, dass irgendetwas in Kapstadt schief gehen könnte, hat der Northeimer nicht, obwohl er zuvor noch nie in Südafrika war. „Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Man darf sich nicht immer über alles einen Kopf machen.“ Das Gefühl, dass er dort Menschen helfen und etwas bewegen könne, sei seine Motivation. „Der Gedanke treibt mich an.“ Für die Zeit nach der Freiwilligenarbeit hat Lars Gockel bereits einen neuen Plan. Er will zurück an die Uni. Dann aber nicht in den Bereich Technologie, sondern „irgendwas Soziales“.

Lars Gockels Spendenseite ist hier zu erreichen.

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