Umstrittenes Projekt in der Nachbarschaft des Friedhofs

Meyerbau plant in Höckelheim Bau von Eigentumswohnungen

Noch unbebautes Grundstück am Höckelheimer Friedhof.
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Zwei Mehrgenerationenhäuser sollen auf diesem Grundstück am Höckelheimer Friedhof entstehen.

Die Wogen bei Anwohnern in der Berg- und Angerstraße in Höckelheim schlagen hoch. Anlass ist ein Vorhaben des Lindauer Unternehmens Meyerbau. Es plant auf dem freien Grundstücksareal am Friedhof zwei mehrgeschossige Mehrgenerationenhäuser mit insgesamt zehn bis zwölf Wohnungen. Die kritischen Bürgerinnen und Bürger fürchten insbesondere Beeinträchtigungen ihrer Grundstücke, des Ortsbildes und eine steigende Belastung durch den fahrenden und ruhenden Verkehr.

Höckelheim – In der jüngsten Ortsratssitzung in der Mehrzweckhalle stellte der Geschäftsführer der Firma, Hermann-Josef Hupe, gemeinsam mit seiner Tochter Sonja Hupe und Francis Garcia, die ersten Ideen für das Projekt vor. „Ich habe erst vor vierzehn Tagen den Kaufvertrag unterschrieben und bin noch nicht einmal als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Mehr können wir deshalb noch nicht sagen“, warnte der frühere Kreishandwerksmeister vor Erwartungen, ein bereits fertiges Projekt vorgestellt zu erhalten.

Nach den ersten Skizzen könnten auf dem rund 3600 Quadratmeter großen Grundstück zwei Baukörper mit jeweils drei Wohnebenen entstehen. Die Eigentumswohnungen sollen barrierefrei sein und eine Größe von circa 50 bis 140 Quadratmeter haben. Das hänge von den Interessenten ab. Unter den beiden Baukörpern soll es eine durchgängige und verbindende, in diesem Teil von oben bepflanzte Tiefgarage geben, von der die Wohnungen über einen Fahrstuhl erreichbar sind, sagte Sonja Hupe, die die Ideen zusammen mit Francis Garcia entwickelt hat.

Die Zufahrt ist von der Angerstraße geplant. Zu Bedenken, dass die beiden Baukörper die angrenzende Einfamilienhaus-Bebauung erdrücken könnte, sagte sie, die beiden Baukörper sollten nicht höher als maximal 9,50 Meter sein. Ein Anwohner hatte zuvor moniert, als er gebaut habe, seien nur eineinhalb Geschosse mit einer Firsthöhe von acht Metern erlaubt gewesen.

Sonja Hupe betonte, in einer Schattenwurf-Untersuchung habe sie festgestellt, dass lediglich bei tiefst stehender Sonne im Dezember die Garage eines Eckgrundstücks am Friedhof verschattet werden. Die Baulinien der vorhandenen Bebauung würden aufgenommen.

Hermann-Josef Hupe, Geschäftsführer von Meyerbau (Lindau).

Zur Motivation, dort zu bauen, sagte Hermann-Josef Hupe, dass in Höckelheim eine Nachfrage nach Eigentumswohnungen bestehe. Sofort, nachdem sich das Vorhaben herum gesprochen habe, habe er eine Reihe von Anfragen erhalten, so von Älteren, die nicht mehr ihr Ein-Familienhaus-Grundstück bewirtschaften wollen, aber in der vertrauten Umgebung des Dorfes wohnen bleiben möchten. Zu den Interessenten zählten zudem Jüngere. Von einer Bebauung mit Einfamilienhäusern beziehungsweise Reihenhäusern habe er Abstand genommen. „Das rechnet sich nicht.“ Dazu müsste eine Erschließungsstraße gebaut werden, deren Kosten nicht wieder hereinkämen. Außerdem sei es ein Problem, dass 330 Quadratmeter wegen der Hanglage mit einem steilen Stück zur Angerstraße nicht genutzt werden könnten.

Der Ortsrat fasste noch keinen Beschluss zu dem Vorhaben. Ortsbürgermeister Ludwig Binnewies sagte, es habe sich um eine erste Informationsveranstaltung gehandelt. Ortsratsmitglied Armin Töpperwien hatte zuvor beantragt, dass dafür ein Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet werden solle. Binnewies sagte weiter, aufgrund der frühen Informationen bestehe die Möglichkeit zur Mitwirkung.   zhp

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