Landkreis Northeim will erst mal nur testen

Luftfiltergeräte nicht flächendeckend für Schulen im Landkreis Northeim

Lutfiltergerät in einem Restaurant
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Luftfiltergerät in einem Restaurant.

Der Einbau von Luftfiltern in Schulen ist aus Sicht der Kreisverwaltung derzeit problematisch

Northeim – Der Vorschlag der FDP/GfE-Kreistagsgruppe, Schulen und Kindergärten im Landkreis Northeim zum Schutz vor Coronainfektionen umgehend mit Luftfiltersystemen auszustatten (wir berichteten), ist nicht zielführend. Zu diesem Ergebnis kam der Kreisschulausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, nachdem die Verwaltung noch einmal ihre Position zu dieser Frage erläutert hatte.

Demnach könnten mobile Luftfiltergeräte gemäß des Niedersächsischen Rahmen-Hygieneplans nur ergänzend und übergangsweise in Räumen eingesetzt werden, in denen die Lüftungsvorgaben durch Fensteröffnen nicht umsetzbar sind. Die sehen das sogenannte „20-5-20-Prinzip“ vor, also 20 Minuten Unterricht, 5 Minuten Stoßlüften und noch einmal 20 Minuten Unterricht. Eine Umfrage der Kreisverwaltung bei den Schulen ergab, dass dies kreisweit lediglich für 10 von insgesamt 500 Räumen gilt.

Die Kreisverwaltung empfiehlt, sich bei der Abwägung von Risiken und Nutzen von mobilen Luftfiltergeräten an den Empfehlungen neutraler Forschungseinrichtungen zu orientieren, die den Einsatz grundsätzlich nicht für erforderlich halten oder an Bedingungen knüpfen, die von den am Markt erhältlichen Geräten nicht erfüllt werden können, weil diese aktuell noch nicht für den Einsatz in Schulen konzipiert seien. Viele seien zu laut und nicht vor unsachgemäßer Handhabung ausreichend geschützt.

Zu bedenken sei auch, dass trotz des Einsatzes solcher Geräte das Lüften und das Tragen von Masken je nach Hygienekonzept weiterhin vorgeschrieben sind.

Darüber hinaus untersage das Niedersächsische Kultusministerium den dauerhaften Einsatz von mobilen Luftfiltergeräten, sodass diese nach der Pandemie eingelagert, verkauft oder entsorgt werden müssten. Eine grundsätzliche Ausstattung aller Schulen sowie eine Förderung von Schulen und Kindertagesstätten in anderer Trägerschaft seien daher nicht zu empfehlen.

Die Schulräume, die nicht belüftet werden können, sollen allerdings vorübergehend mit mobilen Filtergeräten ausgestattet werden. Zur Auswahl möglichst geräuscharmer und gleichzeitig wirksamer Geräte soll es vor der Anschaffung aber zunächst eine Erprobungsphase geben.

Darüber hinaus soll auch der Einsatz von einfachen Lüftungssystemen in Erwägung gezogen werden, die in die Fenster eingebaut werden könnten und eine echte Alternative zum Fensteröffnen wären.

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