Malerin Maleen Linke ist fasziniert von Mensch und Maschine

Ungewöhnliches Selbstporträt: Maleen Linke sieht sich und ihre persönlichen Eigenschaften durch eine Industrienähmaschine gut repräsentiert. Foto:  Weiss

Northeim. Selbstdiszipliniert, gerade und kreativ, so sieht sich Malen Linke. Das Selbstporträt der Stipendiatin der Kreis-Sparkasse Northeim mit dem Titel „Leni" zeigt deshalb eine Industrienähmaschine. Ihr Bild eines Fimprojektors trägt den Namen Patrick, nach einem schüchternen, aber nachtragenden Freund.

Wieso sie sich für Maschinenmalerei entschieden hat, kann die 27-Jährige, die aus Sulingen (Landkreis Diepholz) stammt, nicht erklären. Dass ihr Vater bei Mercedes Benz in Bremen in der Produktion arbeitet, lässt sie jedenfalls als Begründung nicht gelten. Ihre übrige Familie betreibe ein Blumengeschäft. Deshalb sei sie oft gefragt worden, warum sie keine Blumen male. Aber: „Ich finde Blumen langweilig“. Auch Landschaften faszinieren sie als Motiv nicht. Dagegen ist sie von der Kombination von rostigen Teilen und metallischem Glanz begeistert. „Das hat mir kein anderes Motiv geboten“, betont sie. Außerdem finde sie die Verbindung von Mensch und Maschinen spannend.

Im Kunst-Leistungskurs in der Schule kam sie mit dem Thema Mensch und Maschine erstmals in Berührung. Während ihre Mitschüler sich da durchgequält hätten, habe sie es spannend gefunden.

Maleen Linke hat ein Lehramts-Studium mit der Fächerkombination Deutsch und Kunst in Vechta und Oldenburg absolviert. „Die Leidenschaft für die Kunst war immer da“, sagt sie. Aus Sicherheitsgründen habe sie sich aber gegen ein reines Kunstststudium entschieden. Das Referendariat will sie aber zunächst nicht absolvieren.

Ungewöhnliches Selbstporträt: Maleen Linke sieht sich und ihre persönlichen Eigenschaften durch eine Industrienähmaschine gut repräsentiert. Foto:  Weiss

Während ihres einjährigen Stipendiums hat die junge Künstlerin zahlreiche Betriebe im Landkreis Northeim besucht und Menschen und Maschinen fotografiert. Bei Contitech war sie, ebenso wie bei der KWS AG in Einbeck oder bei Piller in Moringen. Die dabei gemachten Fotos waren dann die Grundlage ihrer im Atelier im Reddersen-Haus entstandenen Bilder.

Ihre zumeist großformatigen Werke sind ab Freitag, 4. September, in der KSN-Hauptgeschäftsstelle in Northeim zu sehen.

Northeim wird sie erhalten bleiben. „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt“, sagt sie. Nach Ende des Stipendiums will sie hier eine Wohnung behalten.

Eines ihrer Stilelemente, die sich auf jedem Bild findet, sind Farbnasen. Das Ärgernis für jeden Heimwerker sind für sie ein Zeichen der Produktion der Bilder, die häufig Produktion zeigen. „Ich finde es spannend, wenn das Bild nicht perfekt ist.“

Das heißt aber nicht, dass sie sich schnell mit dem Ergebnis ihrer Arbeit zufrieden gibt. So habe sie am Hintergrund eines Bildes, das Heiko Brockhausen vom Theater der Nacht an einer Bandsäge zeigt, mehrere Wochen gesessen. Ähnlich lange hat das Malen eines Motorradreifens gedauert. „Vier Stollen habe ich an einem Tag geschafft.“

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